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TV-Städtecheck "Gesundheit": Krankenhäuser, Rehakliniken und ein Rettungshubschrauber

TV-Städtecheck "Gesundheit": Krankenhäuser, Rehakliniken und ein Rettungshubschrauber

Drei Städte, drei Krankenhäuser, zwölf Apotheken, 29 Hausärzte und 74 Fachärzte. Auf diese Summen kommt man, wenn man sich das Angebot rund um das Thema Gesundheit in Bernkastel-Kues, Wittlich und Traben-Trarbach anschaut.

 Erst kürzlich machte das Krankenhaus in Traben-Trarbach auf sich aufmerksam: durch die Schließung seiner Geburtsstation. TV-Foto: Klaus Kimmling
Erst kürzlich machte das Krankenhaus in Traben-Trarbach auf sich aufmerksam: durch die Schließung seiner Geburtsstation. TV-Foto: Klaus Kimmling Foto: Klaus Kimmling

Wo gibt's Hilfe bei welchen Krankheiten? Kurzsichtigkeit oder grauer Star sind in den drei Städten Wittlich, Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach kein Problem. Wer allerdings einen Hautausschlag hat, muss von Bernkastel-Kues aus schon einige Kilometer auf sich nehmen, um zum nächsten Hautarzt zu kommen. Gesund zu sein oder zu werden gehört zu den großen Themen der Menschheitsgeschichte. Wer einmal krank war, weiß, wie wichtig eine schnelle Genesung und eine gute Behandlung sind. Im vierten Teil unseres Städtechecks befasst sich der Trierische Volksfreund mit dem Thema Gesundheit in Wittlich, Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach.

Kliniken:
Alle drei Städte punkten mit einem eigenen Krankenhaus. Wittlich und Bernkastel-Kues bilden mit dem St. Elisabeth Krankenhaus in Wittlich und dem Cusanus Krankenhaus in Bernkastel-Kues sogar einen Verbund. Auch das Anna-Henrietten-Stift in Traben-Trarbach ist ein Verbundkrankenhaus zusammen mit dem St. Josef Krankenhaus in Zell. In Traben-Trarbach stehen den Patienten zwei Fachabteilungen zur Verfügung mit einer Interdisziplinären (unter anderem Chirurgie und Orthopädie) und einer gynäkologischen Abteilung. Erst kürzlich hat das Krankenhaus in Traben-Trarbach seine Geburtshilfe aufgrund von Ärztemangel geschlossen (der TV berichtete). Laut Pressestelle gibt es in den beiden Fachabteilungen im Anna-Henrietten-Stift Traben-Trarbach zusammen 21 Betten.
97 Betten stehen in Bernkastel-Kues für Patienten bereit, 414 in Wittlich, inklusive 15 Plätze in der psychiatrischen Tagesklinik. Im Krankenhaus Bernkastel-Kues gibt es drei Fachabteilungen (Innere Medizin, Anästhesie und Akut-Psychosomatik) und drei Belegabteilungen (Urologie, Gynäkologie und Augenheilkunde).
In Wittlich gibt es sogar neun Fachabteilungen (Zentren für Darm- und Gefäßerkrankungen sowie Traumata, Innere Medizin, Neurologie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Kinder- und Jugendmedizin, Anästhesie und Schmerztherapie, sowie Psychiatrie und Psychotherapie) - und zwei Belegabteilungen (Orthopädie und Hals-Nasen- Ohrenheilkunde). Zudem steht der Rettungshubschrauber "Christoph 10" am St. Elisabeth Krankenhaus in Wittlich.

Rehakliniken:
Mit einem Krankenhausaufenthalt ist es für den Patienten manchmal nicht getan. Rehazentren und -praxen bieten eine Möglichkeit zu alter Form zurückzufinden. In Bernkastel-Kues gibt es mit dem Median Reha-Zentrum vier Kliniken dafür. 826 Betten, davon vorwiegend in Einzelzimmern, gibt es hier. In der Rehaklinik werden orthopädische, neurologische, kardiologische und psychosomatische Erkrankungen behandelt. Rehasport bieten in Wittlich zwei Fitness- und Therapiezentren und zudem zwei Vereine an. In Traben-Trarbach gibt es eine freie Praxis für Rehasport.
Ärzte:
Fachärzte sind zwar keine Mangelware in den drei Städten, aber nicht in jeder Stadt finden Patienten jede Art von Praxisarzt. Augenärzte, Chirurgen, Internisten, Frauen- und Kinderärzte sowie Nervenärzte und Orthopäden gibt es in allen drei Städten. Dafür findet man in Bernkastel-Kues keinen Hautarzt, in Traben-Trarbach keinen Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder Urologen. Nur in Wittlich gibt es Praxen für Radiologen und Neurochirurgen. Insgesamt 13 Praxisärzte sind es in Traben-Trarbach, 24 in Bernkastel-Kues und 37 in Wittlich. Hinzu kommen vier Hausärzte in Traben-Trarbach, sieben Hausärzte in Bernkastel-Kues und 18 in Wittlich (die Zahlen stammen von der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz, Stand April 2015). Auf die Einwohnerzahlen gesehen macht das in Traben-Trarbach 1440 Einwohner pro Hausarzt, in Wittlich 1018 Einwohner pro Hausarzt und in Bernkastel-Kues 987 Einwohner pro Hausarzt.

Notfall:
Krank wird man selten zum passenden Zeitpunkt. Das geht nicht nur an der eigenen Terminplanung vorbei, auch Praxiszeiten richten sich nicht nach dem Moment, in dem eine Krankheit so richtig ausbricht. Wer am Wochenende oder nachts einen Arzt brauchte, konnte in den ländlichen Gebieten auf die Nummer eines wechselnden Bereitschaftsarztes zurückgreifen. "Alle zugelassenen, niedergelassenen Ärzte sind verpflichtet am Bereitschaftsdienst teilzunehmen", erklärt Stephan Holler, Pressereferent der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz.
Für den Kreis Bernkastel-Wittlich gibt es seit September 2013 im Krankenhaus Wittlich eine Bereitschaftsdienstzentrale. Hausärzte, die sonst auf Bereitschaft in ihren Praxen sein würden, warten nun dort auf Patienten. Die Bereitschaftsdienstzentralen (BDZ) sollen Kranken den Vorteil bieten, dass sie nicht erst nach einem Arzt in ihrer Umgebung suchen müssen, sondern wissen, dass sie gleich ins nächste BDZ fahren können. Die Nummer ist für ganz Rheinland-Pfalz gleich: die 116 117 gilt ohne Vorwahl und kostenfrei seit dem 1. September 2014. Das BDZ hat mittwochs nachmittags und am Wochenende außerhalb der normalen Praxiszeiten geöffnet.

Apotheken:
Wer nun, egal ob werktags oder am Wochenende beim Arzt war und seine Diagnose bekommen hat, braucht noch das passende Medikament. Dieses bekommt er in Apotheken. In Wittlich gibt es sechs davon. In Bernkastel- Kues und Traben-Trarbach jeweils drei. (Statistisches Landesamt, Stand Juni 2014). Die Bereitschaftsdienste der Apotheken in den drei Städten werden von der Landesapothekenkammer Rheinland-Pfalz festgelegt. Maßgabe ist dabei, dass der Patient nie weiter als 20 Kilometer bis zur nächsten Notfallapotheke fahren muss. Hierbei werden auch die Apotheken aus dem Umland einbezogen. An Aushängen an den Apotheken steht, wann welche Apotheke diesen Notdienst übernimmt. Auf www.aponet.de erfährt man über den Ortsnamen oder die Postleitzahl, welche Apotheke in der Nähe geöffnet hat.
Psychotherapeuten:
Nicht nur der Körper kann krank werden, auch die Psyche kann ärztliche Fürsorge brauchen. Es gibt sechs Psychotherapeuten in Bernkastel-Kues, drei in Traben-Trarbach und zwölf in Wittlich. Im Kreis Bernkastel-Wittlich gibt es zudem mehrere sozialpsychiatrische Einrichtungen, wie das Haus Felsenburg in Wittlich, das Gemeindepsychiatrische Betreuungszentrum (GPBZ) Leistnerhaus in Bernkastel-Kues und die psychiatrische Tagesklinik im Krankenhaus Wittlich.
Diese Einrichtungen bieten stationäre und teilstationäre Behandlungsmöglichkeiten an. Ambulante Dienste bieten in den Städten Wittlich und Bernkastel-Kues das Deutsche Rote Kreuz, das Sozialwerk Zentrum für Teilhabe und Integration, die Caritas, das GPBZ Leistnerhaus und die Caritas Alten- und Behindertenpflege.
Die psychiatrische Abteilung des Krankenhauses Wittlich wird voraussichtlich im Jahr 2018 in das Verbundkrankenhaus in Bernkastel-Kues umziehen. Grund hierfür sind die mittlerweile nicht mehr zeitgemäßen Räumlichkeiten im Untergeschoss des Wittlicher Krankenhauses. Zudem soll durch den Umzug der Partnerstandort gestärkt werden. In den ambulanten Diensten und teilstationären Einrichtungen stellt man eine "steigende Tendenz" an Patienten fest, so Manuel Follmann von der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich.TV-Städtecheck: Touristen wollen im Urlaub etwas für die Gesundheit tun