Üben ist das A und O

Mitten in Thalfang hat die Freiwillige Feuerwehr Thalfang den Ernstfall geprobt, was Dutzende von Zaungästen interessiert verfolgten.

Thalfang. Noch hat keine Sirene geheult. Doch die ersten Zaungäste sind bereits vor Ort, um den angekündigten Übungseinsatz zu verfolgen. Die jährliche Abschlussübung der Freiwilligen Feuerwehr Thalfang hat erneut Dutzende von Zuschauern gelockt. Darunter etliche Kinder, die das Geschehen aufgeregt verfolgen, und Ehemalige der Wehr, die wie Vertreter befreundeter Wehren traditionell eingeladen werden.

In diesem Jahr haben 35 Aktive der Wehr teils neues Gerät eingesetzt. Laut Wehrführer Michael Schäfer sind Stützsysteme für Unfallfahrzeuge wichtige Hilfsmittel. Denn mit ihnen lässt sich ein Fahrzeug mit wenigen Handgriffen sichern, so dass es während der Rettungsarbeiten nicht unerwartet wegrutschen oder umkippen kann. Noch geübt werden muss zudem der Umgang mit "Bergetüchern".

Deren Vorteil besteht darin, dass sie anders als sperrige Tragen auch in engen Treppenhäusern gut einzusetzen sind. "Sie sind handlich und brauchen wenig Platz", erklärt Verbandsgemeinde-Wehrleiter Roland Sommerfeld. Daher würden solche Tücher immer öfter zum Einsatz kommen. Bei Übungen den Umgang mit Geräten und Material zu üben, sei sehr wichtig. Denn jeder Unfall sei anders und eine sichere Handhabung daher das A und O.

Mit dem Übungsverlauf ist Sommerfeld sehr zufrieden. Bis auf "Kleinkram" sei alles gut verlaufen. Seine Befürchtung, es könnten nicht ausreichend Hinweisschilder für Autofahrer aufgestellt worden sein, erweist sich als unbegründet. Sowohl oberhalb des Einsatzortes in der Koblenzer Straße als auch an der ersten Abzweigung unterhalb waren Sperrschilder aufgestellt, an denen Feuerwehrleute Position bezogen hatten.

Anlass des Einsatzes waren ein simulierter Brand in einem Wohnhaus mit Scheune sowie ein Autounfall. Die im Haus und im Fahrzeug eingeschlossenen Personen wurden binnen kürzester Zeit gerettet.

Auch Helfer können Hilfe in Anspruch nehmen



Im Ernstfall geht das oft anders aus, wie erst kürzlich ein weiterer tragischer Unfall an der Kreuzung Büdlicherbrück zeigte, der zwei Todesopfer forderte. Allein die Thalfanger Wehr war dort mit mehr als 20 Personen im Einsatz. Auf die Frage, wie Wehrleute solche Erlebnisse verarbeiteten, antwortet Sommerfeld: "Indem sie nicht drüber nachdenken."

Mittlerweile gebe es die Notfallnachsorge, die auch Helfer in Anspruch nehmen könnten. Doch auch sie kann solche Bilder nicht auslöschen. Laut Sommerfeld werden bei schweren Unfällen daher möglichst keine jungen Leute eingesetzt. An der Büdlicherbrück sei seines Wissens kein Feuerwehrmann unter 30 Jahren unmittelbar dabei gewesen.

Im Anschluss an die Übung standen Beförderungen an. Thomas Kirst ist nun Löschmeister, Andreas Zimmermann Hauptfeuerwehrmann, Michael Gogolin Oberfeuerwehrmann, Sarah Biehl und Eva Kiefer sind Oberfeuerwehrfrauen und Jason Kurz Feuerwehrmann.