Über 1000 haben schon ein BKS-Kennzeichen

Über 1000 haben schon ein BKS-Kennzeichen

Besonders die Bernkastel-Kueser stehen auf das neue Kennzeichen, aber auch im Umland kommt es gut an: 1004 Autos haben zwei Monate nach der Einführung ein BKS-Nummernschild. Zehn bis 15 Mal täglich werden allein in der Zulassungsstelle in Bernkastel die regionalen Nummernschilder beantragt.

Bernkastel-Kues. Genau 890 Mal haben Autofahrer in den vergangenen zwei Monaten ihr WIL-Kennzeichen abgeschraubt, um stattdessen ein BKS-Kennzeichen anzubringen. 114 Mal haben Autos bei der Neuanmeldung direkt ein BKS-Schild bekommen. "Mit so einem Ansturm hätte ich nicht gerechnet", sagt Peter Esslinger von der Zulassungsstelle in Bernkastel-Kues. Zehn bis 15 BKS-Kennzeichen werden allein dort jeden Tag ausgegeben. 50 Autofahrer haben sich das Kennzeichen direkt am ersten Tag im November besorgt (der TV berichtete).
612 BKS-Kennzeichen sind im Moment noch reserviert - insgesamt trifft die Wiedereinführung des Kennzeichens also anscheinend einen Nerv bei den Autofahrern. Bis zu drei Monate bleibt die Online-Reservierung bestehen, bevor sie verfällt. "Die Leute werden also auch in den kommenden Wochen vorbeikommen", schätzt Peter Esslinger.
Größte Nachfrage in der Stadt


"Der überwiegende Teil der Personen, die das BKS-Kennzeichen haben wollen, kommt aus der Stadt Bernkastel-Kues", sagt Manuel Follmann, Pressesprecher der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, die für die Ausgabe von Kennzeichen zuständig ist. Auch aus dem Umland tauschten Autofahrer ihre Kennzeichen ein. "Aus dem übrigens Kreisgebiet ist die Nachfrage eher gering", sagt Follmann. Doch auch in den Zulassungsstellen in Morbach und Wittlich tauschen einige Autofahrer ihre WIL-Schilder gegen BKS-Schilder.
Seit zwei Monaten gibt es das BKS-Kennzeichen wieder, nachdem es im Zuge der Gebietsreform 1969 abgeschafft worden war. Damals kam für die Bernkastel-Kueser das WIL-Kennzeichen. Richtig gut gefühlt haben sich anscheinend viele in den vergangenen 43 Jahren nicht damit.
"Zu uns sind besonders vor Weihnachten ganz viele Leute gekommen, die das BKS-Kennzeichen verschenken wollten", erzählt Peter Esslinger von der Zulassungsstelle in Bernkastel-Kues. Viele wollten zu Weihnachten ihren Ehepartner überraschen. "Denen habe ich dann empfohlen, einen Gutschein zu verschenken", sagt Esslinger. Die Ummeldung kostet insgesamt etwa 70 Euro.
Profitiert vom Ansturm auf die BKS-Kennzeichen hat auch der einzige Schildermacher in Bernkastel. "Besonders in den ersten Wochen hatten wir extrem viele Kunden", sagt Peter Plattner, der beim Schilderdienst Goldschmidt gegenüber der Zulassungsstelle arbeitet. Mittlerweile habe sich das Ganze allerdings etwas relativiert.

Extra

Angestoßen wurde die Wiedereinführung der regionalen Kennzeichen vor drei Jahren durch den Heilbronner Volkswirtschaftsprofessor Ralf Bochert. Er rief die "Initiative Kennzeichenliberalisierung" ins Leben. Studenten befragten in 144 Städten deutschlandweit die Menschen, wie sie zu alten Kennzeichen stehen, die durch Verwaltungsreformen verschwunden waren. Drei Viertel der Befragten wünschten sich ihre regionalen Kennzeichen zurück. Seit wenigen Monaten ist dieser Wunsch in Rheinland-Pfalz nun Realität. 13 regionale Kennzeichen können nun wieder beantragt werden: BIN (Bingen), DIZ (Diez), PRÜ (Prüm), BKS (Bernkastel-Kues), GOA (St. Goar), GOH (St. Goarshausen), ROK (Rockenhausen), BZA (Bad Bergzabern), ZEL (Zell), MT (Montabaur), MY (Mayen), SAB (Saarburg) und WEB (Westerburg). fcg/memExtra

ZEL-Kennzeichen: Im benachbarten Landkreis Cochem-Zell können Fahrzeughalter neben dem Kennzeichen COC seit Mitte November das Kennzeichen ZEL wählen. Bisher (Stand 23. Januar) tragen nach Mitteilung der KFZ-Zulassungsstelle bei der Verbandsgemeinde Zell 480 Fahrzeuge das ZEL-Kennzeichen. Für weitere 909 Fahrzeuge haben Bürger sich ein ZEL-Nummernschild reservieren lassen. Der Nachfrage ist laut VG-Verwaltung sehr groß. sim