Über das gleichnis vom verlorenen Sohn

Glaube im Alltag : Mit offenen Armen

Das aktuelle Evangelium, das „Gleichnis vom verlorenen Sohn“ ist bekannt: Der jüngere Sohn, der fortging, sein Erbe verprasste und reumütig zurückkehrte, wird vom Vater freudig mit einem Fest empfangen.

Die Freude des älteren Sohnes über die Rückkehr hält sich in Grenzen. Kein Wunder, dass er nicht gerade begeistert war: Er, der Fleißige und Treue wird quasi bestraft. Wir würden es auch nicht toll finden und uns zurückgesetzt fühlen. Und dann erwartet der Vater auch noch, dass er sich mit ihm freuen soll.
Betrachtet man den jüngeren Sohn, so liegt es nah, dass er zurück zu seinem Vater geht. Viele von uns sind früher auch zu unseren Eltern gegangen, wenn wir Hilfe brauchten, denn sie waren für einen da. Aber dies ist nicht immer der Fall. Oft erlebe ich Kinder, die auf sich allein gestellt sind. . Manche Kinder würden ihre Eltern auch erst gar nicht um Hilfe bitten, da sie ihnen nicht zur Last fallen wollen beziehungsweise wissen, wie stressig deren Alltag ist. Aber auch Erwachsene, die Hilfe gebrauchen könnten, fordern sie häufig nicht ein, vielleicht, weil sie sich schämen oder eben auch nicht zur Last fallen wollen. Abhängig von anderen zu sein ist ein Gefühl, dass die wenigsten von uns mögen. Gerade in einer Zeit, wo Kinder immer weniger Scham empfinden und auch vielen Erwachsenen alles egal ist, vergisst man häufig genau diese Menschen. Doch es gibt sie. Und wir sollten sie ermutigen, um Hilfe zu bitten. Genau dies möchte Jesus vielleicht mit seinem Gleichnis sagen: Es ist es wert, Scham zu überwinden und Hilfe anzunehmen, egal, worum es geht!

Jesus ging genau zu diesen Menschen, um ihnen zu zeigen, dass auch sie dazugehören und jederzeit wieder mit offenen Armen empfangen werden. Vielleicht sollten auch wir Menschen, die Hilfe benötigen, mit offenen Armen empfangen, selbst wenn wir mal in der Rolle des älteren Bruders sind.

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