Über das Wünschen
Laut Lexikon ist der Wunsch das Verlangen, das sich vom Wollen dadurch unterscheidet, dass Ziel und tatsächliche Gegebenheiten nicht in Verhältnis gesetzt worden sind und noch kein Plan einer Verwirklichung vorliegt.Das klingt eher negativ, denn ohne Plan läuft im menschlichen Leben nichts.
Doch das Wünschen ist etwas sehr Positives, etwas, das das Leben reicher macht. Eng verbunden mit dem Wünschen ist nämlich das Hoffen.
Solange ein Mensch fähig und bereit ist, zu wünschen und zu hoffen, ist er geistig jung und wandlungsfähig. Er ist offen für das Neue und das Ungeahnte. Er lässt sich noch überraschen. Er bleibt eben nicht starr und unbeweglich bei seinen Plänen.
Deshalb ist es auch gar nicht erstrebenswert, wunschlos glücklich zu sein. Denn der Mensch, der wunschlos ist, ist auch ohne Hoffnung. Ein Mensch aber, der noch Wünsche hat, der hoffen kann, ist reich beschenkt, denn er kann mit Zuversicht in die Zukunft blicken.
Wenn wir uns etwas wünschen, so hat das in der Regel mit einem Bedürfnis unsererseits zu tun. Wünsche für andere zu formulieren fällt uns meist sehr viel schwerer. Dabei macht es sehr viel Freude, einem anderen Menschen einen Wunsch zu erfüllen. Denn letztlich profitiere ich dann doch davon, dass ich einem anderen oder einer anderen einen Wunsch erfüllt habe oder um die Erfüllung eines Wunsches gebeten habe.
Die Erfüllung der Wünsche, sie liegt nicht immer in unserer Hand; deshalb ist es gut, dass wir ein Gegenüber haben, dem wir unsere Wünsche vortragen dürfen. Dieses Gegenüber ist Gott. Vor ihm dürfen wir alles an Wünschen äußern. Das heißt nicht, dass er alle unsere Wünsche erfüllt. Das wäre auch gar nicht wünschenswert. Menschen ohne Wünsche sind häufig keine zufriedenen und glücklichen Menschen. Wir dürfen und sollen Wünsche und Hoffnung haben und diese auch äußern.
Ich wünsche mir, dass alle Menschen diese Möglichkeit nutzen!
Pfarrerin Susanne Triebler, Wittlich