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Über den eigenen Kirchturm hinaus denken

Über den eigenen Kirchturm hinaus denken

Die evangelische Kirche im Hunsrück und an der Mittelmosel steht mitten in wichtigen Strukturdebatten. In Kirchberg informierte Antje Hieronimus von der Evangelischen Kirche im Rheinland über die Möglichkeiten zur Bildung von Gesamtkirchengemeinden.

Kirchberg/Traben-Trarbach. (dju) "Ich bin kein Freund von Fusionen", betonte Superintendent Horst Hörpel auf der Presbyter-Pfarrer-Konferenz. Doch da es für viele gerade kleine Kirchengemeinden, wie sie für den Kirchenkreis typisch sind, immer schwerer wird, stelle sich die Frage nach Alternativen, ergänzte er. "Unser Denken darf nicht am eigenen Kirchturm aufhören, und wir müssen überlegen, wie wir auch in wirtschaftlich schweren Zeiten weiterhin solidarisch sein können", so Horst Hörpel.

Im Januar hatte die rheinische Landessynode ein neues Modell der Zusammenarbeit von Kirchengemeinden beschlossen, das ein gemeinsames Handeln benachbarter Gemeinden auf Dauer ermöglicht, die sogenannte Gesamtkirchengemeinde. "Es geht darum, eine möglichst große Selbstständigkeit der einzelnen Gemeinden zu erhalten, gleichzeitig aber auch gemeinsame Aufgaben gemeinsam angehen zu können", so Antje Hieronimus.

Gerade in einem Kirchenkreis wie Simmern-Trarbach mit seinen vielen kleinen Gemeinden sei dies durchaus eine Alternative, betonte sie.

Kontroverse Diskussion über Zusammenarbeit



Die Pfarrer und Presbyter diskutierten kontrovers diese Form der Zusammenarbeit.

Manche sahen darin eine Möglichkeit für ein enges Kooperieren mit den Nachbargemeinden, andere befürchteten aber auch größere Konflikte und Reibungsverluste in einer solchen Gesamtkirchengemeinde durch das Nebeneinander von Gesamtpresbyterium und den Bereichspresbyterien. Horst Hörpel wies darauf hin, dass es im Kirchenkreis Simmern-Trarbach bereits in vielen kirchlichen Arbeitsfeldern wie der Jugendarbeit oder der Diakonie eine enge Zusammenarbeit. "Hier sind wir weiter als manch andere Region in der rheinischen Kirche", so Hörpel.

"Es wird keinen Zwang zu einer solchen Form der Zusammenarbeit geben", machte der Superintendent klar.

Dennoch seien die Gemeinden eingeladen, dieses Modell zu überdenken. "Ich würde mir wünschen, dass die Bildung einer Gesamtkirchengemeinde in der einen oder anderen Gemeinde modellhaft erprobt wird und wir dann sehen, ob dies sinnvoll ist für unsere Gemeinden", so Horst Hörpel.