Über den eigenen Kirchturm hinaus

Nach Straßenbau, Wanderwegeausbau und Investitionen ins Gemeindehaus will Gornhausen sich weiter um einen DSL-Zugang bemühen. Außerdem soll ein Radweg das Dorf mit den umliegenden Orten verbinden.

Den 230 Gornhausenern stehen zwei Kirchen offen. Links im Bild ist die katholische zu sehen, in der je nach Bedarf Andachten oder Gottesdienste stattfinden. Regelmäßig alle 14 Tage genutzt wird die evangelische Kirche, deren Kirchturm im Bildhintergrund zu erkennen ist. TV-Foto: Ursula Schmieder

Gornhausen. (urs) Große Projekte stehen in Gornhausen immer wieder an. So wurde erst kürzlich die Straße "Am Mühlenrech" ausgebaut. Rund 130 000 Euro hat sich die Gemeinde das kosten lassen. Weitere 27 000 Euro haben die neuen Fenster und Jalousien für das Gemeindehaus gekostet. Investitionen wie diese lassen die 230-Einwohner-Gemeinde aber nicht in die Knie gehen. Denn in dem Hunsrückdorf wird auf ein stets solide gefülltes Sparbuch geachtet. Ungeachtet dieser Pflichtaufgaben scheut sich der Ort daher auch nicht, Weichen zu stellen für eine langfristig positive Entwicklung.

Ein wesentliches Projekt in diesem Sinne ist das mit den Nachbargemeinden Veldenz, Brauneberg, Burgen, Mülheim und Wintrich ausgewiesene "Grafschafter Wanderwegenetz". Demnächst soll dieses um einen "Kulturrundweg", der statt Wintrich Andel einbindet, bereichert werden. In diesem Zusammenhang ist zudem auch die Entscheidung des Gemeinderates bedeutsam, ein beschleunigtes "Zusammenlegungsverfahren Gornhausen" einzuleiten. Denn im Rahmen einer solchen vom Land geförderten Bodenordnung bietet es sich geradezu an, Wegenetze zu überprüfen und Strecken grundlegend wieder in Schuss zu bringen.

Ein Vorhaben der Gemeinde will allerdings seit Jahren nicht recht in die Gänge kommen. Laut Ortsbürgermeisterin Inge Schell zögert sich die Ersteigerung der Elektromühle immer wieder wegen sich ständig ändernder Besitzverhältnisse hinaus. Derzeit gehört die Mühle, aus der eine Art Heimatmuseum werden soll, zu je 50 Prozent der Gemeinde. und einer Mühlengesellschaft. Vor allem infolge von Sterbefällen gehören dieser unentwegt andere Gesellschafter an. Doch irgendwann wird die Hartnäckigkeit der Gemeinde mit Sicherheit belohnt werden.

Bis dahin gibt es aber genügend andere Vorhaben, die es voranzubringen gilt. So will Schell auch in Sachen Interzugang am Ball bleiben: "Wir werden uns weiter bemühen, alles auszuschöpfen, damit auch Gornhausen eine DSL-Verbindung erhält." Als ein weiteres wichtiges Ziel für die Zukunft hofft sie darauf, dass der Radweg Gornhausen mit den anderen Gemeinden rundum verbindet.