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Über Nacht wie neu: „Hexen“ renovieren Heiligenhäuschen in Laufeld

Kurioses : Über Nacht wie neu: „Hexen“ renovieren Heiligenhäuschen in Laufeld

Die „Hexen“ hatten in der Nacht ganze Arbeit geleistet. Unmittelbare Nachbarn stellten am frühen Morgen des 1. Mai fest, dass das Heiligenhäuschen am Ortseingang von Wallscheid her kommend nicht nur wieder offen, sondern total neu war.

Seit Monaten war es, nachdem Einsturzgefahr bestand, von der Gemeinde mit einem Bretterverschlag unzugänglich gemacht worden.

Die Recherchen von Bürgermeister Jovi Junk, wer hinter der Hexerei steckt, nahmen etwas Zeit in Anspruch. Wie Junk jetzt herausfand, stand dahinter der Kegelclub. Dessen Mitglieder hatte der Zustand des Häuschens schon lange gestört. Einem der Kegler kam dann die Idee: eine Aktion in der Hexennacht. Ziel war, das alte Gemäuer zu erhalten und das Ganze in Eigenregie und unter strenger Geheimhaltung zu planen und auszuführen.

Jovi Junk fasst die Umsetzung so zusammen: „In mehreren Nächten wurde das Objekt vermessen. Material wurde zum Teil passgenau bestellt, unter anderem ein gegossenes vorgefertigtes Betonteil, das vor die Hinterwand als tragendes Element eingebaut werden sollte. Dieses, wie viele andere verbauten Teile, wurde von mehreren Firmen gespendet. In mehreren Nächten wurden bis weit nach Mitternacht die vorbereitenden Maßnahmen in einer Scheune getroffen. Seit Sonntag vor der Hexennacht erfolgte immer nur nach Einbruch der Dunkelheit die Arbeit im Häuschen selbst.

In der „Hexennacht“ wurde dann das vorgefertigte Dachgebälk aufgesetzt. Die Holzarbeiten im Innenraum und die Verputzarbeiten wurden fertiggestellt, der Anstrich innen und außen erneuert; alles im Scheinwerferlicht von Stirnlampen. Um fünf Uhr waren die fleißigen „Hexen“ mit dem Herrichten der Außenanlage und dem Blumenschmuck fertig.

Jovi Junk ist voll des Lobes. „Dieses ehrenamtliche Engagement für meine Gemeinde kann man sich doch nur in seinen kühnsten Träumen vorstellen“.