Überall ist Schönberg

SCHÖNBERG. International geht es am Wochenende in Schönberg zu – allerdings nicht im 250-Einwohnerort im Hunsrück, sondern im Stubaital. Dort treffen sich Vertreter aus 17 Gemeinden mit dem schönen Namen Schönberg.

Die Vorbereitungen für das zweite Schönberg-Festival laufen auf Hochtouren. Rund 500 Gäste erwarten die knapp 1000 Schönberger im österreichischen Stubaital am Wochenende. Für eine Tourismus-Gemeinde nicht ungewöhnlich, bis auf die Tatsache, dass die Besuchergruppen aus 17 Orten mit dem schönen Namen Schönberg anreisen. Denn Gemeinden dieses Namens gibt es etliche in Österreich, Belgien, Deutschland und sogar Rumänien (siehe Teilnehmer). Daher ist das Festival auch für die Stubaitaler etwas Besonders, erklärt Initiator Hermann Steixner. 500 Gäste sei die "Kapazitäts-Obergrenze" der Gemeinde. Beim ersten Festival vor fünf Jahren hatte ihn die ähnlich große Resonanz noch überrascht. Die Idee zu einem solchen Treffen wurde aus dem Kontakt zum ostbelgischen Schönberg bei St. Vith geboren, einem bekannten Marienwallfahrtsort. Dort sollte auch das zweite Festival starten, quasi im Rotationsverfahren. Als daraus nichts wurde, sprangen die Tiroler wieder ein. Das italienische "Monte Bello" erhielt aber auch diesmal keine Einladung. Zumindest vorerst, laut Steixner: "Wir haben es erwogen, wollen es aber erst mal bei den deutschsprachigen belassen." Zumal es von denen ohnehin mehr gibt, als jetzt ins Stubaital reisen. Schönberg im Hunsrück ist bereits zum zweiten Mal dabei. Die 34-köpfige Delegation, darunter auch etliche Feuerwehrleute, macht sich heute auf den Weg. Mit dabei ist auch Ortsbürgermeisterin Maja Calustian, die auf das Programm mit Festzelt, Umzug und Wanderung gespannt ist. Bei einem Markt kann sich zudem jeder Ort samt seiner Region präsentieren. Deshalb haben die Hünsrücker Viez im Gepäck, den sie in Keramik-Bechern, die anlässlich der 750-Jahrfeier ihres Kirchturms angefertigt worden waren einschenken wollen. Vor fünf Jahren hatten sie Apfelwein und Klöße eingepackt, erinnert sich Ludwig Müller. Wegen der notwendigen Kühlung sei das aber sehr aufwändig gewesen. Die Namens-Vettern aus dem Erzgebirge hatten es da mit ihren Schnitzereien einfacher. Der Erlös des Marktes kam damals einem örtlichen Kinderhilfswerk zugute. Wie ihre Orte zu ihrem Namen kamen, haben die Reisenden nicht gänzlich geklärt. Während sich das Stubaital auf eine Burg beruft, sind das schleswig-holsteinische Ostseebad, das diesmal nicht dabei ist, und Schönberg im Hunsrück erstmals als "Sconeberch" erwähnt - das Dorf bei Thalfang im Jahr 1206, wie Reinhold Anton, früher dort Lehrer, herausfand.