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Überladen, ungesichert, defekt und Reifen ohne Druck

Überladen, ungesichert, defekt und Reifen ohne Druck

So was sehen Polizeibeamte auch nicht alle Tage: Bei einer Kontrolle auf der A 1 am Donnerstag haben sie an der Raststätte Eifel-West einen Lastwagen kontrolliert. Darunter war auch ein "Prachtexemplar": Der LKW hatte nicht nur jede Menge Schrott geladen, er war es auch.

Wittlich. Technische Mängel an mehr als 30 Bauteilen beschreiben den desolaten Zustand des 23 Jahre alten Lastwagens, der am Donnerstag auf der A 1 unterwegs war und im Rahmen einer Kontrolle angehalten wurde. Der Kraftstofftank war nicht richtig befestigt, die Reifen abgefahren, einer der Zwillingsreifen bereits drucklos, die Verkleidung der Lenksäule fehlte, alle Stoßdämpfer kaputt, im Luftkreislauf der Bremsanlage war Öl, da auch der Kompressor defekt war, der Gaszug musste mit einem Schraubenzieher "überbrückt" und zusammengehalten werden.
Weitere Mängel wurden an Beleuchtung, Elektrik, Aufbau und Fahrgestell festgestellt. Außerdem war das Gefährt mit 600 Kilo hoffnungslos überladen. Nicht weiter erstaunlich war die Tatsache, dass die Ladung nicht ordentlich gesichert war: Alle seitlichen Bordwände waren schadhaft, hatten sich durch die Ladung bereits deutlich nach außen gebogen und eine Überbreite von mehr als 20 Zentimetern. Es bestand die Gefahr, dass die Bordwände auseinanderbrechen, und die Ladung auf die Straße fällt.
Damit nicht genug: Der angebaute Ladekran war lose und zum letzten Mal vor zwölf Jahren überprüft worden. Während der Kontrolle, als das Fahrzeug, das einem Schrotthändler aus dem Raum Trier gehört, noch einmal gestartet werden sollte, brannte der Anlasser durch, die Batterie kochte über. Sie musste sofort abgeklemmt werden, sonst hätte der LKW in Flammen aufgehen können.
Ermittlungen ergaben, dass der LKW erst im November 2013 die Hauptuntersuchung "ohne erkennbare Mängel" bestanden hatte. Hieran bestehen jedoch erhebliche Zweifel. Der LKW wurde sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft hat ein Gutachten in Auftrag gegeben. Gegen den Fahrer wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Der Halter war bei der Kontrolle als Beifahrer ebenfalls vor Ort. Auch gegen ihn wird ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Den Prüfer der jüngsten Hauptuntersuchung erwartet ein Strafverfahren wegen mittelbarer Falschbeurkundung.
An der Kontrolle beteiligt waren der Zentrale Verkehrsdienst der Polizeidirektion Wittlich, Beamte der Verkehrsdirektionen Mainz, Neustadt, Koblenz und Enkenbach-Alsenborn sowie die Landespolizeischule und die Bereitschaftspolizei. Insgesamt kontrollierten die Polizeibeamten 17 Fahrzeuge, darunter zwei Abfalltransporte. Insgesamt wurden mehrere Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Verstößen gegen Lenk- und Ruhezeiten, mangelnder Ladungssicherung, Überladung und technischer Mängel sowie Strafanzeigen wegen illegaler Abfallbeseitigung und mittelbarer Falschbeurkundung eingeleitet. red