Überschaubar, kompetent und bürgernah

Überschaubar, kompetent und bürgernah

Seit vier Jahrzehnten gibt es die Verbandsgemeinde (VG) Kröv-Bausendorf - jetzt wackelt das Gefüge. In einer Umfrage äußerten sich die Orts-Chefs von Kröv, Bengel, Bausendorf, Reil, Hontheim, Diefenbach, Willwerscheid und Flußbach einstimmig: Sie wünschen sich den Erhalt der derzeitigen Konstellation.

Kröv-Bausendorf. Die Verbandsgemeinde Kröv-Bausendorf soll nach dem Willen der Landesregierung im Zuge der Kommunal- und Gebietsreform nicht selbstständig bleiben, sondern mit einer anderen Verbandsgemeinde fusionieren. Wir stellten den Ortsbürgermeistern folgende Frage: Sollte die VG Kröv-Bausendord auf jeden Fall in der jetzigen Form selbstständig bleiben? Wenn ja, warum - oder können Sie sich vorstellen, dass Ihre Gemeinde in Zukunft einer anderen Verbandsgemeinde angehört. Wenn ja, welcher?

Der Kröver Ortsbürgermeister Günter Müllers sieht die Verbandsgemeinde als "mittelständischen Betrieb", der bleiben soll. Die VG sei gut aufgestellt und eine Einheit, die funktioniere. Einer anderen Verbandsgemeinde anzugehören, kann sich Müllers nicht vorstellen.

Auch Artur Greis, Ortsbürgermeister von Reil, betont, dass die VG Kröv-Bausendorf in dieser Form bestehen bleiben sollte. Größere Verbandsgemeinden müssten nicht besser sein. Ohnehin werde ihm zu wenig über die Ortsgemeinden und zuviel über die Verbandsgemeinden gesprochen. "Viele Gemeinden haben gemeinsame Strukturen, zum Beispiel im Bereich Kindergärten und Schulen". Die dürften nicht auseinandergerissen werden.

"Wir sind zufrieden mit der Verwaltung", sagt Ilona Lauxen, Bürgermeisterin von Hontheim. Die Ortsgemeinde werde sich mit großer Sicherheit für den Erhalt der VG Kröv-Bausendorf aussprechen. "Bei einer größeren Verwaltungseinheit wird sicher nichts bürgerfreundlicher", ist die Orts-Chefin überzeugt.

Die Gebietsstruktur ist nach Ansicht von Thomas Duckart, Bürgermeister von Willwerscheid, nicht optimal. Dennoch sollte die VG so bleiben. Die Verwaltung arbeite effektiv und effizient, gerade weil die Verbandsgemeinde nicht so groß sei. "Es besteht eine große Bürgernähe".

Auch der Diefenbacher Bürgermeister Manfred Condne würde die VG gerne in der derzeitigen Konstellation beibehalten. "Das sind gewachsene Strukturen über sehr viele Jahre", sagt er. Das geografische Gebilde werfe in seinen Augen allerdings auch Fragen auf. Falls Diefenbach in Zukunft einer anderen VG angehören müsse, würde er am liebsten zu Wittlich tendieren. Dies sei das Mittelzentrum, wo der überwiegende Teil der Bürger arbeite.

"Ich stehe zu unserer Verbandsgemeinde Kröv-Bausendorf", sagt Hans Josef Drees, Bürgermeister in Flußbach. Er komme als Kandidat von der Freien Bürgerliste und die habe sich auf die Fahnen geschrieben, für die Eigenständigkeit der Gemeinde Flußbach einzutreten. Falls eine Fusion notwendig sei, dann "auf keinen Fall mit Traben-Trarbach".

Ossi Steinmetz, Bausendorfer Bürgermeister, sagt, dass die VG Kröv-Bausendorf auf jeden Fall in ihrer jetzigen Konstellation erhalten bleiben müsse. "Wir haben es mit einer überschaubaren, gut funktionierenden und bürgernahen Verwaltung zu tun, die personell und finanziell mit größeren Verwaltungen mithalten kann." Der VG-Rat stelle eine Einheit dar, die in der Vergangenheit nach dem Notwendigkeitsprinzip in allen Ortsgemeinden Maßnahmen und Vorhaben meist einstimmig umgesetzt beziehungsweise finanziell unterstützt habe.

Der Bengeler Bürgermeister Walter Debald ist "grundsätzlich der Auffassung, dass die Verfahrensweise, Verbandsgemeinden aufzulösen oder zusammenzuschließen, ein falscher Weg ist". Das Wohl der gesamten Bevölkerung müsse im Vordergrund stehen. "Die VG Kröv-Bausendorf sollte grundsätzlich selbständig bleiben, ob in der jetzigen Form, sei einmal dahingestellt", sagt Debald.

Keine Aussage gab es von den Bürgermeistern Jens Stamm aus Kinheim und Heinz Christen aus Kinderbeuern, der "im Moment nichts dazu sagen" will.

Dazu gibt es ein Interview mit Bürgermeister Otto Maria Bastgen, das Sie auf Seite 13 in dieser Ausgabe lesen können.