Ihre Meinung : Überzeugend!

Entwicklung

Zum Artikel  „Der Landkreis muss innovativer werden“ (TV vom 28. Januar) schrieb uns Hubert Clemens:

In seinem Beitrag über Perspektiven und Herausforderungen für den Kreis Bernkastel-Wittlich hat Professor Simon in dankenswert klarer und überzeugender Weise die Situation vor allem im bundesweiten Vergleich der Kreise und Regionen vor Augen geführt. Seine Ausführungen sollten Pflichtlektüre für die damit unmittelbar und mittelbar beteiligten Entscheider sein, bis hinunter zu den Ortsbürgermeistern und Gemeinderäten aller Gemeinden des Kreises.

Deutlich wird erkennbar, warum die Entwicklungen bei Bevölkerungszahlen, Arbeitsplätzen und Innovationen hier und da sehr unterschiedlich verlaufen. Entsprechend unterschiedlich verkraftet wird dort auch der gegenwärtige Strukturwandel, wie er an der Verödung der Innenstädte sichtbar wird. Ähnlich Wittlich leiden auch Cochem, Bernkastel und Zell an der Verlagerung des privaten Konsums in die Einkaufszentren und Supermärkte sowie in den Online-Handel. Überall fallen innerorts die Leerstände der vom Facheinzelhandel längst geräumten Ladenlokale gleichermaßen auf.

Soeben verabschiedete sich in Zell die mehr als 90 Jahre in drei Generationen geführte Drogerie Bohn. Was wird dort wohl demnächst zu finden sein? Noch ein Tattoo-Studio? Wahrscheinlich wird ein weiterer Winzer dort seine Weine den Touristen zur Verkostung und Kauf anbieten und die Schaufenster mit seinen errungenen Kammerpreismedaillen und Urkunden dekorieren. In den Moselorten kommt noch als weiteres Problem hinzu, dass in den das Landschaftsbild maßgeblich bestimmenden steillagigen Weinbergen die Brachlagen weiter zunehmen und sich bedenklich der 50-Prozent-Marke nähern. „Die Alten können nicht mehr, und die Jungen wollen nicht mehr“, hört man als plausible Gründe unter Hinweis auf die Diskrepanz zwischen Arbeitseinsatz und erzielbaren Weinpreisen. Auch ein Generalplan für ein überregionales Vorgehen gegen die Verbuschung der Mosellandschaft täte not.