Überzeugter Obernarr

THALFANG. Seit 16 Jahren startet der Karnevalverein "Tholfanger Spetzbouwe" erstmals mit neuem Präsidenten, dem in Schillingen lebenden Arnold Günther.

Etwas eigenartig ist es ja schon, dass der Präsident der "Tholfanger Spetzbouwe", quasi der "Ober-Spetzbouw", schon seit Jahren gar kein Thalfanger mehr ist. Doch waschechte Karnevalisten sehen das halt nicht so eng. Außerdem ist der aus der Nähe von Duisburg stammende Arnold Günther praktisch von Anfang an dabei. Seit 20 Jahren sitzt er im Elferrat und kümmert sich um die Jugendarbeit, die ihm seit jeher am Herzen liegt. Dass er irgendwann Präsident werden würde, hätte er allerdings nicht gedacht. Woanders Ideen abgucken

Bei der Jahreshauptversammlung im März hatte sich das so ergeben, als Vorgänger Hans-Werner Engel mit den Worten "16 Jahre reichen" überraschend nicht mehr kandidierte. Günther wurde vorgeschlagen - und einstimmig gewählt. Der Narrenschiff-Kapitän mit Wohnsitz Schillingen gesteht jedoch: "Ich hab mir das schon genau überlegt." Abgesehen von Günthers innerster Überzeugung "im Vordergrund sollte immer der Spaß an der Sache stehen", ist sein Haupt-Ziel der "Austausch mit anderen Vereinen". Dabei denkt er nicht nur an örtliche Vereine, sondern auch an Seelenverwandte von "ein bisschen weiter weg". So wird beim Galaabend eine Tanzgruppe aus Pölert auftreten. Karnevalisten aus der Schillinger Ecke sollen im nächsten Jahr möglichst folgen. "Kontakte und Kooperationen" findet er einfach wichtig. "Ein einzelnes Schiff ist den Gefahren mehr ausgesetzt als ein Flottenverband", ist seine Überzeugung. Außerdem könne man sich woanders auch Ideen abgucken. Der Vorstoß der Thalfanger Feuerwehr, die in diesem Jahr mit eigenen Aktiven in der Festhalle die Gestaltung des Dicken Donnerstag übernimmt, kommt ihm da gerade recht. Sind die "Spetzbouwe" doch so bis auf Rathausstürmung und Altenheimauftritt außen vor an diesem Tag. Daher können sie sich auf die Kappensitzung konzentrieren und die Bewirtung beim Rosenmontagsumzug, die sie zum vierten Mal übernehmen. Ein weiteres Ziel des neuen Präsidenten ist, den Verein zu verjüngen. Was allerdings ein Kunststück sein dürfte, da bereits heute nur etwa jeder zweite mehr als 40 Narrenjährchen auf dem Buckel hat. Außerdem scheuen sich die Jüngeren ohnehin nicht, Verantwortung zu übernehmen: "Das machen die jetzt schon", lobt Günther. Daher sieht er seiner Präsidentschaftspremiere gelassen entgegen: "Ich denke, dass wir mit dem Team, wie es jetzt ist, eine gute Session hinbekommen." Zwar müssen die Besucher des Galaabends in diesem Jahr auf den Auftritt der Großen Garde verzichten. Doch dafür schwingen Kindergarde und Showtanzgruppe das Tanzbein, und an Büttenrednern mangelt es laut Günther auch nicht. Dabei kann er sich noch gut erinnern, dass das 1973 in Thalfang noch anders war. Die rheinische Fastnacht gewöhnt, vermisste er damals im Ort das närrische Treiben. Aus einer Interessengemeinschaft, die sich 1978 zusammenfand, ging dann ein Jahr später die erste Kappensitzung an den Start. "Die hat mir gut gefallen", erinnert sich Günther, der damals noch unter den Gästen saß. Doch als Büttenredner und begeisterter Wagenbauer war dem Vater dreier Kinder der Weg in den Elferrat letztlich vorgezeichnet. Die Termine der "Tholfanger Spetzbouwe": Dicker Donnerstag, 15. Februar, 11.11 Uhr: Rathaushausstürmung, danach Karnevalstreiben in der Festhalle (Programmgestaltung Feuerwehr Thalfang und "Märker Senoritas"); Samstag, 17. Februar, 20.11 Uhr, Galaabend; Sonntag, 18. Februar, 14.11 Uhr, Kinderkappensitzung; 19. Februar, 14.11 Uhr, Rosenmontagsumzug (Veranstalter ist die Ortsgemeinde). Fotos, Infos und Termine zur Fastnacht auf