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Mit Überraschung nehmen Geistliche im Landkreis Bernkastel-Wittlich den Stopp der Pfarreienreform zur Kenntnis. Das Dekanat Wittlich reagierte bereits am Freitagmorgen: Eine für die Reform wichtige Wahlversammlung, die nächsten Donnerstag stattfinden soll, wurde abgesetzt. Auch in Bernkastel-Kues gibt es erste Stimmen: Dort lautet die Devise: Abwarten und Tee trinken.

Religion : Bistumsreform: „Das hat uns kalt erwischt!“

Mit Überraschung nehmen Geistliche im Landkreis Bernkastel-Wittlich den Stopp der Pfarreienreform zur Kenntnis. Das Dekanat Wittlich reagierte bereits am Freitagmorgen: Eine für die Reform wichtige Wahlversammlung, die nächsten Donnerstag stattfinden soll, wurde abgesetzt. Auch in Bernkastel-Kues gibt es erste Stimmen: Dort lautet die Devise: Abwarten und Tee trinken.

Die Nachricht traf am Donnerstagabend völlig überraschend ein: Der Vatikan hat die im Bistum Trier seit lange geplante und vorbereitete Pfarreienreform von Bischof Stephan Ackermann ausgesetzt. Die Reform sieht vor, viele kleine Pfarreien - derzeit 887 - zu sogenannten XXL-Pfarreien zusammenzufassen, um das Bistum für die Zukunft auszurichten. Eine der ersten dieser XXL-Pfarreien soll Wittlich werden - und zwar schon zum 1. Februar 2020. Das liegt daran, dass in diesem Fall der Bereich der XXL-Pfarrei mit dem Dekanat Wittlich (einer übergeordneten Verwaltungseinheit) übereinstimmt. Diese soll ab nächstem Jahr von Dechant Matthias Veit aus Mayen-Mendig geleitet werden. Im Vorfeld gab es Zustimmung zur Reform, sowohl in Wittlich, als auch in Bernkastel-Kues, wo 2021 eine XXL-Pfarrei entstehen soll.

Bruno Comes, derzeitiger Wittlicher Pfarrer, ist von der Entscheidung überrascht: „Die Reaktionen im Pfarramt sind von Erstaunen bis Entsetzen geprägt. Wir müssen uns jetzt erst mal sortieren. Inhaltlich kann ich dazu momentan nichts sagen,“ sagt Comes. Eine Wahlversammlung, die kommenden Donnerstag, 28. November, geplant war und für die Schaffung der XXL-Pfarrei wichtig ist, hat das Dekanat bis auf Weiteres ausgesetzt. Stattdessen soll an diesem Abend an gleicher Stelle die Möglichkeit zum Austausch und zu Gesprächen gegeben werden.

Stellvertretender Dechant Markus Weilhammer vom Dekanat Bernkastel ist ebenfalls von der Entscheidung in Rom überrascht. „Das hat uns kalt erwischt. Wir müssen jetzt erst einmal abwarten, was der Bischof dazu sagt und wie es weiter geht. Da werden ein paar Tage ins Land gehen,“ sagt Weilhammer. Alles andere sei Panikmache. Jetzt gelte: „Abwarten und Tee trinken.“ Für Bernkastel sei die Entscheidung nicht so gravierend wie für Wittlich, da dort noch ein Jahr Zeit bleibt, bis die XXL-Pfarrei entstehen soll. Was die Kritik an der Bistumsreform betrifft, von der häufig die Rede war, sagt Weilhammer, der der Reform positiv gegenübersteht: „Es gibt da durchaus ein Stadt-Land-Gefälle. Das Land tickt anders. Wir dürfen jetzt keine Schnellschüsse machen.“

Gesprächsrunde für die Pfarrei Wittlich: Donnerstag, 28. November, 19 Uhr, Dreyhalle in Dreis