1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Ürziger Nachtumzug rollt auch dieses Jahr nicht

Ürziger Nachtumzug rollt auch dieses Jahr nicht

Der Sicherheitsaspekt führte 2015 zur Absage des Ürziger Nachtumzuges. Es sollte ein einmaliger Ausfall bleiben. Doch da weiter die Angst vor zu viel Randale und zu viel Alkohol umgeht, wird es das Spektakel auch am kommenden Wochenende nicht geben.

Ürzig. Ab und zu fragt noch jemand nach ihm. Der Ürziger Nachtumzug ist noch nicht vergessen. Aber Fakt ist: Er wird auch in diesem Jahr ausfallen, zum zweiten Mal in Folge. Probleme durch und mit betrunkenen Jugendlichen, zu breite Zugmaschinen und zu hohe Lärmbelästigung. Das waren im vergangenen Jahr die Gründe für die kurzfristige Absage.
Ortsbürgermeister Arno Simon hat immer noch das Jahr 2014 im Gedächtnis. "Es gab 18 Einsätze des Roten Kreuzes und die Polizei musste Verstärkung anfordern", erzählt er. Ein Vertreter des DRK sagte bei der Nachbesprechung im Jahr 2014: "Unsere Leute waren überbelastet."
Die Polizei sprach von einem "massiven Sicherheitsproblem". Sollte es zu einer Neuauflage kommen, müssten bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Die beziehen sich vor allem auf die Breite von Zugmaschinen und Anhängern sowie die Sicherheitsvorkehrungen im direkten Umfeld der Gespanne.
Trotzdem war der Ortsbürgermeister zuversichtlich, dass es bei einem einmaliger Ausfall bleiben werde. "Ich hoffe, dass die Pause den einen oder anderen zur Vernunft kommen lässt", sagte er damals. Die Vorkommnisse von der Kölner Sylvesternacht zeigten aber, dass es momentan nicht ratsam ist, einen Zug laufen zu lassen. Die kurvige Strecke vom Berg ins Tal und die enge Bebauung im Ort stellten sowieso schon Gefahrenpotenziale dar.
Ein Zug am Tage komme aber nicht in Frage. Die Dunkelheit habe fast 20 Jahre den Reiz des Nachtumzuges ausgemacht. Doch es sei schwer bis zu 6000 Zuschauer im Auge zu behalten - vor allem wenn ein Teil von ihnen schon im angetrunkenen Zustand in den Ort kommt.
Natürlich sei schon immer Alkohol im Spiel gewesen, doch habe der Konsum in jüngster Zeit zugenommen - auch wenn natürlich nur ein Teil der Zuschauer aus dem Rahmen falle.
Abschreiben will er die Veranstaltung aber immer noch nicht. Mitte des Jahres werde er noch einmal einen Aufruf starten, kündigt Simon an. Wichtig sei vor allem ein Organisationskomitee mit jungen Leuten aufstellen zu können.
An der Mittelmosel wird es nur einen Nachtumzug geben: den in Graach. Er startet am Fastnachtssonntag um 18. 11 Uhr. Die Graacher Organisatoren und die Polizei hatten vergangenes Jahr die Sicherheitsanforderungen erhöht. Die Folge: Eine Gruppe wurde vom Umzug ausgeschlossen. cb