Uhrwerk von St. Markus kommt zurück

Wittlich · Einst rette Wittlichs Ehrenbürger Willi Schrot das historische Stück vor der Verschrottung, dann wanderte das alte Uhrwerk der St. Markuskirche ins Depot des Museums Bad Sobernheim. Als Dauerleihgabe kommt das mechanische Meisterstück am Samstag, 30. Juli, an seinen Ex-Platz im Glockenturm zurück.

Über 300 Jahre alte Mechanik: Uhrmachermeister Wolfram Roth und Schlossermeister Christian Schrot (von links) haben mit ihrem Fachwissen geholfen, das ehemalige Uhrwerk zu sanieren. Am Samstag bringt es ein Kran zurück in den Glockenturm von St. Markus. TV-Foto: Privat

Wittlich. Joachim Krieg hat eine Mission. Der ehemalige Orgelbauer ist nicht einfach nur ein Kenner der Wittlicher St. Markuskirche. Sein Einsatz für das stadtbildprägende Gebäude ist mehr als eine Ehrensache: Er bietet Führungen an, hat sich beim Filmprojekt "Ein Turm erzählt" zur 300-Jahrfeier von St. Markus 2009 engagiert und organisierte beispielsweise auch ein ungewöhnliches Konzert zum Abschluss der Wittlicher Kulturtage: Mit den 13 Glocken von St. Markus, St. Bernhard und der Christuskirche gab es 2009 ein Gesamtkonzert, bei dem die ganze Innenstadt Ohrenzeuge wurde.
Ohnehin lassen die Glocken von St. Markus täglich von sich hören: Sie sind Wittlichs akustische Uhr: Alle Viertelstunde weiß der Wittlicher, was die Stunde schlägt. Ansonsten reicht ein Blick auf die große Uhr am Turm. Darin regelt das, was Zeiger und Glockenklang bewegt, längst nicht mehr ein kompliziertes, klassisches mechanisches Uhrwerk. Dessen einst großer Platz im Glockenturm ist schon ewig verweist: Doch das alte Uhrwerk, das selbst älter als die Kirche ist, weil man es damals sozusagen gebraucht erwarb, um Kosten zu sparen, existiert noch. Willi Schrot rettete es 1971 vor dem Schrotthändler und restaurierte das verfallene Meisterstück der Uhrmacher- und Schmiedekunst, das immerhin 1,70 Meter mal 1,50 Meter groß ist und laut Joachim Krieg 400 Kilo wiegt.
1997 kam das historische Stück ins Freilichtmuseum Bad Sobernheim, am Samstag, 30. Juli, Spätvormittags nach 10 Uhr wird ein Kran es an seinen Wittlicher Ursprungsort zurückbringen: als Dauerleihgabe des Museums. Ein Höhepunkt der Mission von Joachim Krieg. Er hat nicht nur im Kreisjahrbuch ausführlich über das Uhrwerk geschrieben, sondern sich hinter den Kulissen für die Heimkehr der, wie er sagt, "Sehenswürdigkeit ersten Ranges" eingesetzt. Dabei sieht er sich lieber als Mann im Hintergrund und verweist auf seine "ehrenamtliche Mannschaft": Er habe Stefan Neuerburg zu danken, der das Uhrwerk nach Wittlich transportierte, Heinrich Neuerburg, der es über ein Jahr lagerte und insbesondere Christian Schrot und Wolfram Roth, die den "Ist-Zustand konservierten".
Wichtig ist ihm auch ein Dank an das Museum, das der Dauerleihgabe zustimmte, und an den Verwaltungsrat von St. Markus, der anfallende Kosten trägt. Wenn am Samstag ein Kran das Stück an seinen Platz in den Glockenturm gehoben hat, wird es allerdings nicht mehr die Stunden zählen. "Es funktioniert nicht mehr und ist ein sehenswertes Museumsstück", sagt Joachim Krieg. Bei seinen kommenden Führungen wird er dazu viel zu erzählen haben.