Umrüsten, basteln, reparieren – Einblicke in die Werkstatt der Polizei in Wittlich

Kostenpflichtiger Inhalt: Serie Polizeiarbeit in Wittlich : Umrüsten, basteln, reparieren – Einblicke in die Werkstatt der Polizei in Wittlich

In Wittlich-Wengerohr gibt es viele Einheiten der Polizei, die es sonst in der Region an keinem anderen Standort gibt. Eine davon ist die Werkstatt.

In der großen Werkstatthalle stehen die Türen eines Zivilfahrzeugs offen, es sieht ein wenig zerpflückt aus. Ein KFZ-Mechatroniker hantiert an Kabeln und kleinen Elektrogeräten herum, die später in dem Fahrzeug versteckt werden. Bei dem Auto handelt es sich um einen Observationswagen der Polizei. Von außen sehen die Autos nach dem Umbau aus wie ganz normale Privatfahrzeuge, nichts von der Abhörtechnik ist sichtbar.

Zivilfahrzeuge mit Abhörtechnik ausrüsten, Folien an den Streifenwagen anbringen, regelmäßige Inspektion und Reifenwechsel – in der Wittlicher KFZ-Werkstatt der Polizei gibt es das Rundum-sorglos-Paket. Bertram Bollig, Leiter des Technischen Regionalstandortes (TRS) Wittlich, erklärt: „Wir rüsten unsere Zivilfahrzeuge hier komplett selbst aus. Oft müssen wir die Autos sogar zerlegen, um das einzubauen, was wir zum Beispiel an Obervationstechnik brauchen.“

Udo Schulz, der das Sachgebiet Service und Logistik 4 (SL4) leitet, fügt hinzu: „Wir müssen darauf achten, dass wir der bereits vorhandenen Autotechnik nicht in die Quere kommen, sodass alles noch funktioniert.“ In der KFZ-Werkstatt arbeiten, wie in anderen Werkstätten auch, Zivilangestellte – drei KFZ-Meister und ein Karosseriebaumeister. „Nur die Anforderungen sind eben etwas höher, weil wir ja auch Arbeiten durchführen, die über eine normale Werkstatt hinausgehen“, sagt Bollig. Einen Auszubildenden haben die Werkstattmitarbeiter seit kurzem wieder zur Verstärkung eingestellt.

Laut Bollig werden in der KFZ-Werkstatt ansonsten auch ganz normale Wartungsarbeiten an den Autos vorgenommen. Beispielsweise die Inspektionen, die bei den Fahrzeugen regelmäßig fällig sind, oder auch die Reifenwechsel. „Bei uns werden die Reifen sehr frühzeitig gewechselt, um auch wirklich die Sicherheit der Fahrzeuge und somit auch unserer Leute garantieren zu können.“

In einem Nebenbereich der großen Werkstatthalle gibt es einen Raum, in dem die Mitarbeiter der Werkstatt ihre Wagen selbst lackieren können. Bollig sagt: „Normalerweise kommen die Fahrzeuge direkt in der bekannten blauen Folierung aus dem Werk“, sagt er und zeigt auf einen Lautsprecherwagen auf einer Hebebühne, „den hier haben wir aber zum Beispiel umfoliert, weil er noch die alten, grünen Farben drauf hatte.“ Und auch das gepanzerte Sonderfahrzeug der Polizeipräsidiums Logistik, Einsatz und Technik (PP ELT), das in ganz Deutschland zum Einsatz kommt, hat seinen blauen Anstrich in der Werkstatt bekommen.

Auch den gepanzerten Sonderwagen haben die Mitarbeiter der KFZ-Werkstatt blau lackiert. Philipp Keller, Kommandant in der Wasserwerfer-Staffel der Technischen Einsatzeinheit, ist Teil des Teams, das diese Fahrzeuge mit auf Einsätze nimmt. Foto: Marlene Bucher

Neben den Arbeiten an den Autos und Einsatzwagen gibt es in Wittlich außerdem auch eine Waffenwerkstatt. Bollig erklärt: „Da werden die Dienst- und Sonderwaffen regelmäßig auf Sicherheit und Funktionsfähigkeit kontrolliert und bei Bedarf repariert.“ Auch die ABC-Schutzmasken und die sogenannten Einsatzmehrzweckstöcke (EMS), die umgangssprachlich als Schlagstöcke bekannt sind, werden dort überprüft.

Die bei Einsätzen eingezogenen Waffen würden außerdem in der Asservatenkammer gelagert, bis sie zur Vernichtung gebracht werden. Bollig beschreibt: „Bei der Vernichtung muss ein Beamter vorne an der Schreddermaschine in der Stahlfirma stehen und zusehen, wie die Waffe reingeworfen wird, und ein anderer Beamter muss hinten, wenn sie wieder rauskommt, bestätigen, dass sie auch wirklich zerstört ist.“

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