Umstrittener Hunsrück-Nationalpark: Entscheidung fällt bis November

Umstrittener Hunsrück-Nationalpark: Entscheidung fällt bis November

Das Angebot liegt auf dem Tisch: Die Landesregierung hat gestern in Kirschweiler (Kreis Birkenfeld) das Konzept für den geplanten Nationalpark im Hunsrück vorgestellt. Bis November sollen die Räte in der Region über dieses Papier abstimmen. Doch das Projekt bleibt umstritten.

Mit dem Konzept für den geplanten Nationalpark im Hunsrück will die rheinland-pfälzische Landesregierung die gesamte Region voranbringen. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sieht in dem Vorhaben eine "einmalige Chance". Der Nationalpark im Hunsrück kann aus ihrer Sicht "zum Motor für eine gute Zukunft der Region werden". Der Park soll sich über ein Gebiet von 9260 Hektar Staatswald erstrecken. Der Großteil liegt im Kreis Birkenfeld. Aber auch die Verbandsgemeinden Thalfang und Hermeskeil sind berührt. Hinzu kommen 920 Hektar im Saarland.

Bei der Präsentation des Konzepts trafen Dreyer und Ulrike Höfken (Grüne)sowohl auf demonstrierende Gegner als auch auf Befürworter des Projekts. Die einen halten den Nationalpark für überflüssig, weil er zu viel Geld koste und Arbeitsplätze bei den lokalen Sägewerken gefährde. Die anderen erhoffen sich von ihm einen Schub für den Hunsrück - zum Beispiel im Tourismus. Laut Höfken soll es im Park kaum Verbote geben. Wandern ist dort also weiterhin ausdrücklich erlaubt. Die ortsnahe Versorgung der Bürger mit Brennholz sei sichergestellt.
Erklärtes Ziel von Rot-Grün ist es, den Naturschutz im eigentlichen Nationalparkgebiet mit der Strukturentwicklung für die Gesamtregion zu verbinden. So sollen beispielsweise Straßen schneller saniert werden. Auch bei anderen Vorhaben - etwa im Bereich der Dorfentwicklung - sollen die Nationalparkkommunen vorrangig behandelt werden. Angedacht ist zudem eine Kooperation des Nationalparks mit dem Hochschulstandort Trier. Der forstpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Michael Billen, zeigte sich enttäuscht vom Landeskonzept. "Verbindliche Aussagen zu Fördermitteln fehlen." Die Union bleibe bei ihrer Ablehnung. Auf dem weiteren Weg zum Nationalpark sind nun die Kommunen in der Region am Zug. Deren Räte sollen sich bis November positionieren, ob sie das Konzept ablehnen oder ihm zustimmen. Bei einem positiven Votum soll noch in diesem Jahr das Gesetzgebungsverfahren starten. Der Nationalpark könnte dann Anfang 2015 eröffnet werden.

Konzept für den geplanten Nationalpark steht

Kommentar: Sehr sorgfältig abwägen

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