Umweltschutz lehren und Tanzen lernen

Umweltschutz lehren und Tanzen lernen

Palmenstrände, ewiger Sommer: Die Dominikanische Republik kennen viele Europäer als Reiseziel. Sarah Haussmann hat ein Jahr lang erfahren, wie die Bevölkerung lebt und hat gleichzeitig Entwicklungshilfe geleistet.

Traben-Trarbach. Sarah Haussmann hat sich verliebt! Der Eindruck entsteht, wenn die junge Frau aus Traben-Trarbach über die Dominikanische Republik spricht. Seit August letzten Jahres arbeitete die 26-Jährige zwölf Monate lang in dem Inselstaat in der Karibik.
Natürlich sei es manchmal schwer gewesen, aber sie habe Freunde gefunden, und es werde nicht das letzte Mal gewesen sein, dass sie auf der Insel Hispaniola gewesen sei, die sich die Dominikanische Republik und Haiti teilen. "Ende August bis Weihnachten war die härteste Zeit", sagt Haussmann.
Ihre Gastfamilie habe sie herzlich aufgenommen, aber bis auf einige Brocken Englisch nur Spanisch gesprochen. Und diese Sprache hatte Haussmann nur ein bisschen in einer freiwilligen AG am Gymnasium Traben-Trarbach und einem Spanisch-Kurs an der Uni gelernt. "Aber jetzt kann ich's", sagt sie lachend.
Wochenlang paukte sie abends Vokabeln. Am Wichtigsten sei aber gewesen, raus zu gehen und mit den Einheimischen zu sprechen, sagt Haussmann: "Ich hatte viele Hemmungen, dass ich Fehler mache, aber die muss man ablegen. Die Leute sind froh, wenn jemand versucht, Spanisch zu sprechen."
Die Sprache beherrschte Haussmann schnell so gut, dass sie sogar Präsentationen in Spanisch hielt. Denn ihr Aufenthalt in der Dominikanischen Republik war kein Urlaub: Über den Entwicklungspolitischen Freiwilligendienst "Weltwärts", der 2008 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ins Leben gerufen wurde, kam die Geowissenschaftlerin mit dem Verein zu Förderung der Erhaltung des Regenwalds in Lateinamerika (Ecoselba e.V.) in Kontakt. Für dessen Partnerorganisation Plan Yaque in der etwas mehr als 50 000 Einwohner zählenden Stadt Jarabacoa im Zentrum der Insel erstellte Haussmann Karten von Kläranlagen und Aufforstungsprogrammen.
"Wir haben natürliche Kläranlagen gebaut", erzählt die Traben-Trarbacherin. Außerdem sei sie in Schulen gegangen, um Aufklärungsarbeit zu betreiben. Müll verschwinde ja nicht, wenn man ihn beispielsweise in einen Fluss werfe und er wegtreibe.
"Man hat das Gefühl, die sind alle gleich begeistert, aber man merkt, dass das alles noch nicht ganz im Bewusstsein der Menschen angekommen ist", erzählt Haussmann und ergänzt: "Es ist noch ein langer Weg." In Armut lebende Menschen würden oft auch nicht daran denken, dass Abfall vor ihrem Haus oder im Garten für Krankheiten verantwortlich sein könne. Haussmann betont aber, dass sie nicht nur Lehrerin gewesen sei, sondern selbst viel gelernt habe: zum Beispiel, dass sie keinen Fernsehen brauche. Auch sei sie überrascht gewesen, als sie ihre Leidenschaft fürs Tanzen entdeckte. "Überall ist Musik, und es ist ganz normal, dass getanzt wird. Man tanzt sogar vor dem Supermarkt", erzählt Haussmann.
Bei der Rückkehr nach Deutschland habe sie sich gewundert, wie ruhig es hier sei. Dafür seien die Dominikaner gelassener. Wenn die Teilnehmer einer Besprechung erst nach und nach eintrudelten, sei sie am Anfang nervös geworden und habe daran gedacht, was sie alles noch zu arbeiten habe. Aber irgendwann merke man: "Es geht alles, und man muss sich nicht gleich aufregen."

Mehr von Volksfreund