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Unangenehme Gerüche  durch die Tierkörperbeseitigungsanlage sind in Rivenich keine Seltenheit.

Unangenehme Gerüche : Tierkörperbeseitigung - Wie lange stinkt es noch in Rivenich?

Unangenehme Gerüche  durch die Tierkörperbeseitigungsanlage sind in Rivenich keine Seltenheit. Geschäftsführer Paul Kill kann nicht versprechen, dass sich das bessern wird.

Der Juli vergangenen Jahres bleibt den Rivenicher Bürgern in teilweise schlechter Erinnerung. Temperaturen um die 30 Grad, strahlender Sonnenschein. Das perfekte Wetter also, um sich gemütlich auf den Balkon oder in den Garten zu legen. Wäre da nicht dieser üble Geruch, der von der Tierkörperbeseitigungsanlage (TBA) der Firma Secanim Südwest GmbH kommt. Paul Kill, Geschäftsführer der TBA kann diesen Gestank erklären: „Im Sommer kamen wir mit der Verarbeitung nicht hinterher, weil es zu warm war.“ Das tue ihm leid, doch das Problem sei nicht länger vorhanden.

Einigen Ratsmitgliedern aus Rivenich stinkt das Problem weiterhin. „Mir liegen Daten vor, dass es seit Dezember vermehrt zu Geruchsbelästigungen gekommen ist“, sagt Jan Meurer (SPD). Paul Kill erwidert die Äußerung nicht, macht Meurer jedoch darauf aufmerksam, dass sich die Bürger bei solchen Gerüchen direkt an die TBA wenden sollen. „Nur in genau diesem Moment können wir schauen, woran das liegt“, sagt der Geschäftsführer. Allgemein sei dies auch so abgesprochen. Meurer verweist darauf, dass die Betreiber der TBA proaktiv handeln sollte: „Sie sollten den Mund aufmachen, wenn es stinkt, nicht wir.“ Ortsbürgermeister Peter Knops hat genau dokumentiert, wann es in Rivenich in der Vergangenheit gestunken hat. Fazit: Die Gerüche treten immer mal wieder auf, aber nicht in regelmäßigen Abständen. Doch wenn es stinkt, woher kommt das dann? Die Gründe sind verschieden und teilweise unbekannt. Einerseits könne es passieren, dass ein Tor offenstehe und dadurch Gerüche entweichen, sagt Kill. Außerdem sei es möglich, dass eine Anlage zeitweise einen Defekt habe und deswegen etwas unangenehm rieche. Der häufigste Grund ist jedoch ein anderer: „Oft fahren LKW an der Anlage vorbei, das kann dann riechen“, sagt Kill. Gegen die Vermutung aus dem Rat, dass auf diesen LKW lange verendete Tiere liegen würden, wehrt sich Kill: „Im Regelfall ist es so“, sagt er, „dass das Tier innerhalb von 48 Stunden abgeholt wird, wenn es verendet ist.“ Teilweise seien die Gründe für den Geruch auch einfach unbekannt: „Wir wären froh, wenn wir immer wüssten, wieso es riecht.“ Um diesen Ursachen auf den Grund zu gehen, mache sich Kill bei Beschwerden sofort auf den Weg in den Ort.

Dass es besonders im Frühjahr und Herbst immer mal wieder zu Geruchsbelästigungen komme, liege am Wetter. Wenn die Tage noch relativ warm, die Nächte aber kalt seien, dann liege die Luft wie ein Deckel auf dem Geruch. Ein kleiner Luftzug könne dann dafür sorgen, dass es für ein paar Sekunden rieche. So erklärt sich Kill auch die Verwunderung von Ratsmitglied Andreas Esch (FWG). Er sagt, dass komischerweise der Geruch immer weg sei, wenn Kill vorbeikomme. Auch Ortsbürgermeister Peter Knops (FWG) pflichtet Kill bei: „Manchmal ist es so, dass ich auf dem Balkon bin, und es riecht. Wenn ich dann wieder rein und wieder rausgehe, dann ist der Geruch weg“.

Wird es also auch weiterhin immer mal wieder in Rivenich stinken? Das ist nicht auszuschließen, wie Kill sagt: „Ich kann Ihnen nicht versprechen, dass es in Zukunft keine Geruchsbelästigungen geben wird“. Er könne lediglich versprechen, dass man alles dafür geben werde, dass dem nicht so sei. Die technische Ausrüstung der Anlage stehe momentan bei rund 90 Prozent, eine „Hundertprozentlösung“ habe er nicht. Investitionen seien nicht angedacht, da die Anlage momentan nur neun bis zehn Tonnen verarbeite. Möglich sind derer 30.