"Unbeherrschbare Wassermassen"

ENKIRCH. (sim) Die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach hat das Ermittlungsverfahren wegen der Anfang März erfolgten Verschmutzung des Waschbachs nahe dem Flughafen Hahn eingestellt. Ein Enkircher Bürger hatte Strafanzeige gestellt.

Keine ausreichenden Beweismittel und keine akute Gefährdung der Bevölkerung: Das sind zwei wesentliche Gründe, die die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach aufführt, warum sie das Ermittlungsverfahren wegen der Verschmutzung des Waschbachs eingestellt hat. Zur Erinnerung: Am 9. und 10. März war auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn nach starken Niederschlägen das Regenrückhaltebecken Waschbach übergelaufen. Der Flughafen leitete daraufhin mit Genehmigung der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord große Mengen Abwassers in den Waschbach (der TV berichtete). Die CSB-Werte übertrafen den zulässigen Wert von 50 mg/Liter fast um das Dreifache. Laut Staatsanwaltschaft habe keine akute Gefährdung vorgelegen. Die SGD Nord habe, auch im Zusammenhang mit der Planung des Regenrückhaltebeckens, "nicht mit solchen unbeherrschbaren Wassermassen rechnen können". Laut SGD sei die Überschreitung des Grenzwertes von 50 mg/Liter auf die gemessenen 132 mg/Liter im Verhältnis zu einem drohenden Dammbruch des Beckens vernachlässigbar. Die Staatsanwaltschaft weist aber darauf hin, dass künftige Planungen im Hinblick auf Starkregen-Ereignisse den vorliegenden Fall berücksichtigen müssten. Unabhängig von dieser Entscheidung wird die VG Traben-Trarbach die strafrechtliche Verantwortung für die mehrmalige Verschmutzung des Waschbachs juristisch klären lassen. Sie hat dazu ein Anwaltsbüro beauftragt. Auch geht es dabei um mögliche Schadensersatzforderungen. Im Bescheid der Staatanwaltschaft, der sich auf die Anzeige des Enkircher Bürgers bezieht, heißt es: "Etwa bestehende zivilrechtliche Ansprüche werden durch diesen Bescheid nicht berücksichtigt."

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