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„Und dann ist Ende hier“ : Afa Wittlich schließt am Freitag

„Und dann ist Ende hier“ : Afa Wittlich schließt am Freitag

Die letzten Flüchtlinge verlassen am Freitag die Wittlicher Afa: Nachdem in den vergangenen Tagen rund 100 Menschen auf Kommunen verteilt wurden, werden 50 Asylsuchende auf andere Einrichtungen verteilt.

 Die letzten Flüchtlinge verlassen am Freitag die Wittlicher Afa. Foto: Klaus Kimmling
Die letzten Flüchtlinge verlassen am Freitag die Wittlicher Afa. Foto: Klaus Kimmling

Auf dem Gelände des ehemaligen Hela-Baumarkts in der Wittlicher Schlossstraße herrscht fast schon gespenstische Ruhe. Auf den Tischen in der großen Halle stehen noch einige Abfälle, vereinzelt spielen Kinder auf dem riesigen Parkplatz.

Dort, wo bis zu 563 Flüchtlinge im vergangenen halben Jahr Platz gefunden haben, sind am Donnerstagnachmittag nur noch 50. Es werden die letzten 50 sein. Auch sie verlassen heute die Afa Wittlich. Das hat die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier auf TV-Nachfrage bestätigt.

Am Mittwoch und Donnerstag wurde bereits der Großteil der dort lebenden Asylsuchenden auf Kommunen verteilt. Die verbleibenden Flüchtlinge werden am Freitag laut ADD in die Einrichtung nach Trier verlegt, der Transport erfolgt mit Bussen.
Mitte der Woche lebten noch rund 140 Menschen auf dem Gelände des ehemaligen Hela-Baumarkts.

Betrieben wurde die Einrichtung vom Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), das sie jetzt auflöst. Heinz-Werner Steffen, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands: "Der Aufbau der Afa hat allen mehr Spaß gemacht."
Wie der Rückbau der Einrichtung, die seit Ende Oktober in der Schlossstraße steht (siehe Chronik), vonseiten des Landes ablaufen soll, steht laut ADD noch nicht fest. Das DRK wird bereits bald damit beginnen, die verbleibenden Container und das Gebäude zu räumen.

Steffen: "Wir werden in den kommenden Tagen damit beginnen, das Mobiliar fortzubringen und zu verteilen." Es soll für gemeinnützige Zwecke verwendet werden. Ein Teil der Kindereinrichtung sei bereits von Mitarbeitern der Afa Bitburg abgeholt worden und wird dort eingesetzt, sagt Robert Heinz, der beim DRK die Koordination der Afa-Mitarbeiter leitete.

Insgesamt soll der Rückbau vonseiten des DRK zwei Monate dauern. "Und dann ist Ende hier", sagt Steffen. Die DRK-Kleiderkammer bleibt hingegen weiter geöffnet. "Wir werden die Artikel an Familien verteilen, die in den Kommunen leben", sagt Lotte Stüttgen.

Welche Verwendung Gelände und Gebäude des Ex-Hela-Markts nach dem Verlassen der Flüchtlinge haben werden, ist noch offen. "Zurzeit befinden wir uns in Verhandlungen und Gesprächen", teilte ADD-Sprecherin Eveline Dziendziol mit.

Für die Mitarbeiter der Afa Wittlich wird nach Lösungen gesucht. Dziendziol: "Wir führen bereits Gespräche mit dem DRK und suchen nach einvernehmlichen Lösungen." Man sei alle Mitarbeiter einzeln durchgegangen und habe nach Möglichkeiten gesucht, so Steffen. Zwei hätten bereits im Rettungsdienst des DRK neue Jobs gefunden.

Steffen, Heinz und Stüttgen loben die Arbeit der 35 Angestellten und der Ehrenamtlichen, die in den zurückliegenden Monaten in der Afa gearbeitet haben. Steffen: "Es war ein tolles Team, das sehr gut gearbeitet hat." Die Mitarbeiter seien voller Tatendrang gewesen, man habe in zwei Monaten alles aufgebaut, vieles besorgt. Die Enttäuschung sei groß gewesen, als feststand, dass die Einrichtung schließe. "Da sind auch Tränen geflossen."

Steffen lobt auch die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten: mit den Behörden der Stadt Wittlich und des Kreises, mit der Polizei, der Afa-Leitung, den Mitarbeitern der Jugendstrafanstalt, die in der Einrichtung geholfen haben, den Caterern, den Ehrenamtlichen und der Bevölkerung, die "im Gros sehr positiv reagiert hat". Zu den Kosten, die dem Land bisher für die Einrichtung und Unterhaltung der Wittlicher Afa entstanden sind und für den Rückbau noch entstehen werden, hielt die ADD sich gestern bedeckt: "Da wir uns gerade in Verhandlungen befinden, kann derzeit noch nichts hierzu gesagt werden", so Eveline Dziendziol.
Fest steht allerdings, so Heinz-Werner Steffen, dass die Schließung der Einrichtung kein Abschied auf Zeit sein wird. "Das ist endgültig." Und: "Wir übergeben die Räume in einem besseren Zustand als vorher."