Und der Gewinner ist: Alte Brauerei

Und der Gewinner ist: Alte Brauerei

Das ist eindeutig: 34 von 35 Bürgern votieren dafür, dass der bebaute Bereich zwischen Bernkastel und Andel so heißt, wie er seit langer Zeit genannt wird: Alte Brauerei. Das schmälere das Ansehen der Stadt, die eher für den Wein bekannt sei, nicht.

Bernkastel-Kues. Große Resonanz auf den Aufruf des TV, Vorschläge für einen neuen Stadtteil zwischen Bernkastel und Andel zu machen! Bis Donnerstagmittag lagen der Redaktion schon 35 Rückmeldungen vor. Und die sind eindeutig: 34 Mal Alte Brauerei, einmal Am Burgberg. Der Stadtrat, der die Thematik angerissen hatte, wird voraussichtlich am 12. Mai erneut über das Thema sprechen. Er muss auch formell beschließen, dass es einen neuen Stadtteil gibt.Hoher Bekanntheitsgrad


Die Alternative: Das Ortseingangsschild Bernkastel-Kues, Stadtteil Bernkastel, wird einfach einige Hundert Meter in Richtung Andel verlegt. Wie der TV berichtete, gibt es dafür aber eher wenig Zustimmung, weil Urlauber irritiert sein könnten.
Zur Vorgeschichte: Die Diskussion kam auf, weil die Kreisverwaltung es versäumt hatte, beim Genehmigungsverfahren für ein Bauobjekt mit fast 20 Wohnungen den Landesbetrieb Mobilität einzuschalten (TV 26. April). Die Zustimmung der Straßenbaubehörde ist aber immer dann erforderlich, wenn im Außenbereich und an einer freien Strecke, in dem Fall die B 53, gebaut werden soll. Der Fehler ist längst behoben, doch es bleibt die Frage, ob das Gelände an der sogenannten Alten Brauerei nun ein eigener Stadtteil wird.
Manche Teilnehmer an der TV-Aktion schreiben nur "Alte Brauerei", einige liefern aber eine Erklärung mit. "Als an der Alten Brauerei Geborene ist es mir natürlich ein besonderes Anliegen, dass der alte und bekannte Name auch als Ortsteilname erhalten bleibt", schreibt Gisela Zeeh. Das kollidiere auch nicht mit dem Anspruch der Kommune "Stadt der Rebe und des Weines" zu sein. Frederik Herzog mailt: "Ich bin für Alte Brauerei, weil dieser Name schon sehr lange im Gebrauch ist".
"Wir sind für die Bezeichnung Alte Brauerei, denn das kommt der Geschichte des Stadtteils am nächsten", schreibt Familie Weber. "Dieser Teil der Stadt wurde von den Einheimischen schon immer als Brauerei bezeichnet. In der Region wird auch genug für Wein geworben. An der Mosel wurde aber schon immer Bier gebraut", sagt Paul Schmitt.
"Natürlich ist Bernkastel-Kues eine Weinstadt, hatte aber auch immer eine Biertradition. Wozu also das Rad neu erfinden und den Ortsansässigen einen Kunstnamen aufzwingen", schreibt Dr. Dr. Claus-Hermann Wagner. "Es ist die Alte Brauerei, und so sollte es auch bleiben", schreibt Wolfgang Marmann.
"Hat die alte Weinstadt so wenig Selbstbewusstsein, dass sie glaubt eine Alte Brauerei könne ihrer Berühmtheit schaden", fragt Jutta Berssenbrügge, geb. Wagner. Uwe Zeeh, der an der Alten Brauerei wohnt, hat eine Umfrage unter Anwohnern gemacht. "Einhellig wurde die bisherige inoffizielle Bezeichnung Alte Brauerei gewünscht", schreibt er. "Dass eine andere willkürliche Bezeichnung vom Stadtrat in Erwägung gezogen wurde, hat die von uns angesprochenen Brauereier sehr verärgert.
Ganz alleine steht Karl Kappes da. Er plädiert für "Am Burgberg". Eine Erklärung liefert er nicht, hat aber wahrscheinlich den benachbarten Burgbergtunnel im Sinn.Meinung

Es kann nur einen Namen geben
Alte Brauerei: Selbst Zugezogene wissen nach einer gewissen Zeit, wo sie sich befindet. Dass so viele Menschen nach dem TV-Aufruf für diesen Namen votiert haben, ist schon so etwas wie ein Bürgerentscheid, obwohl sein Ergebnis natürlich nicht bindend ist. Die Folge daraus kann aber nur sein: Wenn der Stadtrat sich für den neuen Stadtteil ausspricht, kann der nur Alte Brauerei heißen. Jeder andere Name wäre Schwachsinn und niemandem glaubwürdig zu vermitteln. c.beckmann@volksfreund.de

Mehr von Volksfreund