Und ewig locken die Pedale

1350 Kilometer in elf Tagen - das ist die ganz persönliche Erfolgsbilanz von Ferdinand Horter und Ernst Rügamer, beide 69. Das ist eine respektable Leistung der beiden Fahrradfahrer, die auch in Bernkastel-Kues Station machten.

 Die Helden der Pedale: Ferdinand Horter (links) und Ernst Rügamer nach 960 geradelten Kilometern am Bernkasteler Spitzhäuschen. TV-Foto: Ilse Rosenschild

Die Helden der Pedale: Ferdinand Horter (links) und Ernst Rügamer nach 960 geradelten Kilometern am Bernkasteler Spitzhäuschen. TV-Foto: Ilse Rosenschild

Bernkastel-Kues. (iro) Drahtig und durchtrainiert stehen die beiden Radfahrer vor dem Bernkasteler Spitzhäuschen. Dass Ferdinand Horter und Ernst Rügamer gerade 111 Kilometer hinter sich haben, sieht man ihnen nicht an. In Nürnberg stiegen die beiden für ihre Deutschland-Tournee erstmals in den Sattel. Und erst elf Tage und 1350 Kilometer später wechselten sie das Fortbewegungsmittel und stiegen in den Zug Richtung Heimat.

Insgesamt führte die beiden Franken ihre Tour über Würzburg, Frankfurt, Ludwigshafen, Pirmasens, Lothringen, Mettlach, Bernkastel-Kues, Koblenz und Oppenheim.

Die Frage nach der sportlichsten Etappe ist schnell geklärt: der Abschnitt von Reinheim über die Saarschleife bei Orscholz bis nach Serrig. Nicht der 141 Kilometer wegen, sondern aufgrund der 13-prozentigen Steigung. Mit 25 Kilogramm schweren Satteltaschen "wurden wir bestaunt wie Mondfahrer", erinnern sich die Radler.

Nur drei Kilometer weiter war übrigens die zweite und längste Etappe von Randersacker nach Mildenberg. Und um bei den Superlativen zu bleiben: Am schönsten sei die Tour nach Bernkastel-Kues gewesen - schon der Erinnerungen wegen. Denn in der Doctorstadt hat zumindest Ferdinand Horter vier Jahre gelebt und als Redakteur für die Bernkasteler Zeitung gearbeitet. Seine Tochter wurde dort geboren. Und der Vater schoss, so erinnert er sich, sein erstes Wildschwein in Monzelfeld. Gern kommt Horter in seine frühere Wahlheimat Bernkastel-Kues zurück. Natürlich habe sich seit den 60er Jahren vieles verändert, doch die Silhouette der Doppelstadt sei geblieben. Und der Ort habe wegen des zunehmenden Tourismus an Beschaulichkeit verloren.

Wohin ihn seine nächste Radtour verschlägt, das weiß er noch nicht. Aber eines steht für den sportlichen Rentner felsenfest: Nach Bernkastel-Kues kommt er wieder. "Schon allein wegen des guten Weines." Denn den ersteht er bis heute noch immer an der Mosel.