Und sinkt und sinkt …

Die Zahl der Grundschüler im Kreis ist in den vergangenen zehn Jahren um rund 20 Prozent gesunken. Anders als beispielsweise in Trier gibt es keine Vorschläge für eine Schulstruktur, die dem Rückgang der Abc-Schützen Rechnung trägt.

Wittlich. Und die Grundschulen? Drei Jahre ist der Schulentwicklungsplan für den Landkreis Bernkastel-Wittlich alt. Darin zeigt ein Fachbüro auf, wohin die Reise mit den Schulen geht. Vor allem die weiterführenden standen für den Kreistag Bernkastel-Wittlich dabei im Fokus. Wo soll eine Integrierte Gesamtschule hin, wohin eine Realschule plus? Auf solche und andere Fragen gab es eine Antwort. Nichts zu lesen gab es über die Zukunft der mehr als 40 Grundschulstandorte. Die Fachplaner rechneten damals nur aus, dass es im Schuljahr 2012/2013 992 Erstklässler gibt. Nach aktuellen Zahlen der Schulaufsicht bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier sind es 955.

20 Prozent weniger


Für das kommende Jahr geht der Schulentwicklungsplan davon aus, dass es mit den Schülerzahlen weiter bergab geht. 916 Jungen und Mädchen sollen es dann nur noch sein, die zum ersten Mal in ihrem Leben die Schulbank drücken werden. Das wären dann rund 20 Prozent weniger als noch vor zehn Jahren.
Für die ADD besteht derzeit jedoch kein Handlungsbedarf, etwas am Bestand der Schulen zu ändern. An Schulschließungen sei nicht gedacht, sagt eine Sprecherin der Behörde.
Diesen Handlungsbedarf sehen offensichtlich auch die Träger der Schulen nicht. Das sind die Stadt Wittlich, die Einheitsgemeinde Morbach sowie die Gemeinden. Wobei der Handlungsdruck regional unterschiedlich verteilt ist. So kann in der Stadt Wittlich trotz allgemein sinkender Zahlen weiter keine der Schulen über zu wenige Abc-Schützen klagen. In Reil sieht die Sache beispielsweise ganz anders aus. Obwohl der Ort in der Verbandsgemeinde Kröv-Bausendorf mehr als 1000 Einwohner hat, gibt es nur drei Abc-Schützen (siehe Grafik). Auch Binsfeld (Verbandsgemeinde Wittlich-Land) hat bei mehr als 1000 Einwohnern nur zwölf neue Grundschüler. Im nahen Dreis ist es bei mehr als 1300 Bürgern auch nur ein Dutzend.
Insgesamt gibt es sieben Grundschulen im Kreis, bei denen die Zahl der Kinder nicht ausreicht, um eigene Klassen zu bilden. Drei davon liegen in der Einheitsgemeinde Morbach. In diesen Schulen werden dann die Kinder der Klassenstufen 1 und 2 gemeinsam unterrichtet. Nur an 15 Standorten gibt es mehr als eine erste Klasse im kommenden Schuljahr.
Trier: Nur zweizügig


Das einst im Landkreis tätige Fachbüro wird übrigens noch vor den Sommerferien Vorschläge für eine neue Schulstruktur in der Stadt Trier auf den Tisch legen. Dort steigt in den kommenden Jahren die Zahl der Grundschüler stark an. Trotzdem: Planer Wolf Krämer-Mandeau plädiert für räumlich großzügig ausgestattete, modernisierte und mindestens zweizügige Grundschulen.
Schließungen von mehreren Standorten wären die Folge, da die Stadt Trier ebenso wie die Kommunen im Landkreis Bernkastel-Wittlich teils sehr kleine Grundschulen betriebe.
Extra

Kosten: Die Grundschule Friedrichstraße ist mit rund 300 Schülern eine der größten im Kreis. Die Stadt Wittlich geht in ihrem Haushalt 2012 von Gesamtkosten in Höhe von rund 240 000 Euro für Betrieb und Unterhalt der Schule aus. Die Personalkosten der Pädagogen übernimmt das Land. Die mit knapp 70 Schülern viel kleinere Grundschule Wengerohr schlägt mit rund 120 000 Euro Sachkosten zu Buche. har