Und wieder ist ein Glückscent dabei

Und wieder ist ein Glückscent dabei

Einmal im Jahr macht Elfriede Bungert die große Runde durch Longkamp und bittet um Spenden für die Kinderkrebsstation im Trierer Mutterhaus. 2004 zog sie das erste Mal los.

Longkamp. Elfriede Bungert ist ein Christkind. Am 1. Weihnachtstag ist sie 80 Jahre alt geworden. Gefeiert hat sie ein paar Tage später im Kreis von 65 Verwandten und Freunden. Besonders gefreut hat sie, alle sieben Enkel bei der Feier zu sehen. "Wenn es ihnen gut geht, geht es auch mir gut", sagt die Longkamperin. Da bleibt nur zu hoffen, dass es den Enkeln noch länger gut geht. Denn dann ist gewährleistet, dass Elfriede Bungert einmal im Jahr die große Runde durch das Dorf macht und bei den meisten der etwa 400 Haushalte vorstellig wird. Ihr Anliegen: Sie sammelt Geld für die Kinderkrebsstation im Trierer Mutterhaus. 2004 hat sie sich, Ordnung muss sein, zum ersten Mal bei der Kreisverwaltung eine Sammelerlaubnis besorgt. Mittlerweile ist das Dutzend voll.
In den nächsten Tagen wird sie das Geld, wie bisher immer, persönlich ins Mutterhaus bringen. 2805 Euro und ein Cent sind es dieses Mal. Bei der Premiere waren es 2222 Euro und ein Cent. Dieser Cent wurde zum Glücksbringer. Bungert schenkte ihn dem krebskranken Mädchen aus der Nachbarschaft. Das Schicksal der damals Zwölfjährigen hatte sie stark berührt. Und so beschloss die engagierte Frau, Geld zu sammeln, damit krebskranken Kindern und ihren Eltern etwas Gutes getan werden kann. Denn Extrawünsche können über das Budget der Klinik nicht erfüllt werden. Das Mädchen ist inzwischen eine junge Frau, verheiratet und vor allem gesund. Der gesammelte Betrag liegt meistens zwischen 2200 und 2600 Euro.
Die Besonderheit der Aktion: Mittlerweile warten viele Bürger schon auf Elfriede Bungert, fragen nach, wann sie kommt und ob sie überhaupt noch mal kommt. Vor einigen Jahren war ein ehemaliger Longkamper so begeistert von der Aktion, von der er im TV gelesen hatte, dass er 1000 Euro spendete. Es ist offenbar nicht so, dass sich die Leute gezwungen sehen etwas zu spenden. "Die Leute loben die Aktion und sind alle sehr nett", sagt Bungert. Im Laufe der Zeiten habe es nur wenige Bürger gegeben, die ihr die kalte Schulter gezeigt hätten. "Zu denen gehe ich auch nicht mehr." cb

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