1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Unfallbilanz 2021: Drei Menschen sterben im Kreis Bernkastel-Wittlich

Unfallzahlen : Vorsicht, Wildwechsel! Das sind die häufigsten Unfallursachen in Bernkastel-Wittlich

Drei Menschen sind im Kreis Bernkastel-Wittlich 2021 bei Verkehrsunfällen gestorben: einer im Bereich der PI Morbach sowie zwei Zweiradfahrer im Bereich Wittlich. Viele Unfälle passierten wegen oder mit Wild. Ein Überblick.

Einen leichten Rückgang der Unfälle mit Todesfolge und weniger Verletzte bei Unfällen gab es im Jahr 2021 im kompletten Bereich des Polizeipräsidiums Trier. Insgesamt ist die Anzahl der registrierten Verkehrsunfälle im Vergleich zum Vorjahr im Präsidiumsbereich leicht gestiegen.  Wir blicken auf die Zahlen in den Polizeiinspektionen im Kreisgebiet.

PI Bernkastel-Kues: Mit 891 Unfällen nahm die Polizei Bernkastel-Kues 6,3 Prozent  weniger Unfälle auf als im Vorjahr. Dabei wurden 29 Menschen schwer und 80 leicht verletzt. 2020 gab es noch 34 Schwerverletzte und 91  Leichtverletzte.  2021  ist kein Mensch innerhalb der PI bei einem Unfall gestorben. Weniger Verletzte habe es vor allem bei Unfällen mit Beteiligung von LKW, motorisierten Zweirädern und Fahrrädern sowie in der Risikogruppe der älteren Verkehrsteilnehmer über 65 Jahre gegeben, so die PI Bernkastel-Kues. Überproportional zurückgegangen sind die Verkehrsunfälle mit sogenannten jungen Fahrern zwischen bis 24 Jahren.

Häufigste Unfallursachen  waren wie in den Vorjahren die Nichteinhaltung des Sicherheitsabstandes, fehlerhaftes Wenden/ Rückwärtsfahren und nicht angepasste Geschwindigkeit. Fehlende Verkehrstüchtigkeit wegen Alkohol wurde bei 17 Verkehrsteilnehmern, wegen Drogeneinnahme bei drei  und nur in einem Fall  wegen sonstiger körperlicher oder geistiger Mängel bei Unfallaufnahmen registriert. Im Rahmen der Verkehrsüberwachung wurden 2021 insgesamt 97 Fahrzeugführer wegen folgenlosen Fahrens unter Alkohol- beziehungsweise Drogeneinfluss angezeigt. Bei 261 Unfällen war Wild beteiligt, was einem Anteil von 29,3 Prozent entspricht. Auf 139 Fälle und damit um knapp 17 Prozent  ist die Zahl geflüchteten Unfallfahrer gesunken. Hiervon wurden 61 (43,9 Prozent) ermittelt.

PI Morbach: 2021 wurden bei der PI Morbach 758 Verkehrsunfälle aufgenommen. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 57 Unfälle. Der überwiegende Teil der Unfälle ereignete sich dabei außerorts (566). Die Verkehrsunfälle, bei denen Menschen verletzt wurden, stieg von 59 auf 66. Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Leichtverletzten erhöhte sich auf 46 gegenüber 37 im Vorjahr. Verkehrsunfälle mit Schwerverletzten waren mit 19 Fällen nahezu gleichbleibend (2020: 18 Fälle). Die Anzahl der tödlichen Verkehrsunfälle ist um drei Unfälle auf nur noch einen Unfall gegenüber 2020 gesunken.

Im Jahr 2021 sind die Unfälle mit Kinderbeteiligung auf zwei Fälle (2020: 4) gesunken. Ein Kind wurde als Mitinsasse im Fahrzeug schwerverletzt. In einem Fall war ein Kind als Radfahrer an einem Unfall beteiligt. Die Beteiligung der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen ist mit 157 Unfällen (Vorjahr 133) gestiegen. Die Zahl der dabei Verletzten ist deutlich gesunken: Vier Menschen wurden schwer (Vorjahr sieben) sowie 13 leichtverletzt (Vorjahr 19).

 2021 ereigneten sich zwölf Unfälle mit motorisierten Zweirädern. Das sind elf weniger gegenüber dem Vorjahr. Hierbei wurden zwei Menschen  schwer  und sieben leicht verletzt. 2021 ereigneten sich 98  Verkehrsunfälle mit Menschen über 65 Jahren. Dabei wurden  sieben  leicht- und weitere sieben  schwerverletzt. Bei 38 dieser Verkehrsunfälle war der Unfallbeteiligte älter als 75 Jahre.

Wie im Vorjahr kam es im Bereich der PI Morbach zu sieben Unfällen mit Radfahrerbeteiligung, sechs  erlitten leichte Verletzungen, ein Radfahrer wurde schwer verletzt. Ein Anstieg war im vergangenen Jahr bei den Unfällen unter Drogen zu verzeichnen, von sechs auf zehn. 36 Verkehrsteilnehmer waren bei Verkehrskontrollen betrunken oder berauscht. Bei 31 von ihnen wurden Blutproben genommen.

Sechsmal weniger als im Vorjahr flüchtete der Verursacher nach einem Unfall. Mehr als jede zweite Unfallflucht wurde  aufgeklärt

Nach wie vor ist Geschwindigkeit mit 69 Fällen im Jahr 2021 (2020: 70 Fälle) eine der auffälligsten Unfallursachen. Im Jahr 2021 ereigneten sich im Dienstgebiet der PI Morbach 390 Wildunfälle. Das sind 44  mehr als 2020. Somit war mehr als jeder zweite Unfall ein Wildunfall.

PI Wittlich:  Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle  ist  im Vergleich zum Vorjahr von 1631 auf 1698 gestiegen. Die Wildunfälle sind  von 462 auf 521 gestiegen und entsprechen einem Anteil von 30 Prozent der Gesamtunfälle. Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle,  bei denen Menschen verletzt wurden,  sank  hingegen von 185  auf 152. Zwei Menschen starben 2020 bei Verkehrsunfällen. 179 Menschen wurden 2021 bei 152 Verkehrsunfällen verletzt. Im Jahr 2020 lag die Zahl bei 235 Personen (185 Unfälle).

Bei den beiden Getöteten handelt es sich zum einen um einen Fahrradfahrer (Pedelec), der im Stadtgebiet Wittlich auf einer abschüssigen Straße mit einem ordnungsgemäß am rechten Fahrbahnrand geparkten Auto kollidierte. Beim Sturz zog er sich schwerwiegende Kopfverletzungen zu, an denen er an der Unfallstelle verstarb. Der Verstorbene trug bei dem Unfall keinen Helm. Zum anderen starb ein Motorradfahrer, der vor einer Kuppe zum Überholen von zwei Autos angesetzt habe, so die Polizei. Wegen des Gegenverkehrs versuchte er zwischen den beiden überholten Autos einzuscheren, verlor dabei die Kontrolle über sein Motorrad, stürzte und rutschte auf die Gegenfahrbahn. Beim Zusammenprall mit dem entgegenkommenden Auto erlitt er tödliche Verletzungen. 

Die Zahl der nach einem Unfall geflüchteten Fahrer  ist rückläufig, fast die Hälfte der Fälle wurde aufgeklärt.  Bei den Verkehrsunfällen mit Personenschaden ist die nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit  überwiegend außerorts  die häufigste Unfallursache, gefolgt von  falschem Abstand und  missachteter Vorfahrt.  Die Unfallursache Alkohol lag  bei 28 Verkehrsunfällen vor. Ein Fahrer stand bei einem Unfall unter Drogen.  Bei zwei Unfällen war der Fahrer durch sein Handy abgelenkt.  Bei beiden Unfällen wurden insgesamt ein Mensch schwer  und vier leicht verletzt.

Mit zwölf Verkehrsunfällen im Jahr 2021 ist die Kinderbeteiligung gegenüber dem Vorjahr (15 in 2020) zurückgegangen. Bei diesen Unfällen wurden neun Kinder verletzt. Die Gruppe der jungen Fahrer und Fahrerinnen stellt im Bereich der PI Wittlich immer noch eine große Risikogruppe dar. 2021 haben sich 401 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von 18- bis  24-jährigen Verkehrsteilnehmern ereignet (2020: 380).

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Senioren ab 65 Jahren ist von 297 Unfällen in 2020 auf 315 Verkehrsunfälle leicht gestiegen. Der Anteil dieser Gruppe an der Gesamtunfallzahl liegt bei 18,5 Prozent.