Ungewisses Provisorium

Solange am Hochmoselübergang und der B 50 neu gearbeitet wird, fließt der Verkehr über den Kreisverkehr am Archäologiepark Belginum. Wie lange, ist unklar.

Wederath Viele Autofahrer haben sich an den Kreisverkehr am Archäologiepark Belginum noch nicht gewöhnt. Verkehrsteilnehmer, die die neue Verkehrsregelung nicht kennen, werden mit blinkenden Signallichtern vor dem Kreisverkehr gewarnt, damit sie nicht darüber fahren und auf der Grünfläche in der Mitte landen (der TV berichtete). Andere wiederum stört die Wartezeiten und Rückstaus, die sich zu Stoßzeiten ergeben.
Doch werden sich die Verkehrsteilnehmer ab Ende 2018 vermutlich an noch mehr Autos an dem Kreisverkehr mit den fünf Ästen gewöhnen müssen. Grund ist der Bau des Hochmoselübergangs und der B 50 neu, deren Fertigstellung für Ende 2018 vorgesehen ist. Denn ab diesem Zeitpunkt wird der Verkehr von der vierspurigen B 50 neu auf die zweispurige B 50 alt und dann zum Kreisverkehr am Archäologiepark geleitet. Es handelt sich dabei nur um eine Interimslösung, sagt Hans-Michael Bartnick vom Landesbetrieb Mobilität. Denn zwischen Wederath und dem Archäologiepark soll die B 50 neu vierspurig weitergebaut werden und dann in Höhe Zolleiche auf die Hunsrückhöhenstraße treffen. Doch wie lange wird das dauern, und wie lange werden die Autofahrer von der B 50 neu über den Kreisverkehrsplatz geleitet?
Die mittelfristige Planung sieht die Teilverlegung der B 50 mit Herstellung eines Knotenpunktes mit der B 327 vor, sagt Bartnick. Im aktuellen Bedarfsplan 2016 sei der vierstreifige Lückenschluss zwischen Kommen und Hahn als vordringlicher Bedarf festgeschrieben, sagt er. Zudem plane die Behörde bereits intensiv zwischen Longkamp/Kommen und Zolleiche. Der Richtlinienentwurf müsse aber zunächst erst erstellt und genehmigt werden. Ein zwingend anschließendes Planfeststellungsverfahren mit Klagemöglichkeit sei zeitlich seriös nicht zu fassen, eine bauliche Umsetzung daher erst mittelfristig möglich, sagt Bartnick.
Zu der Frage, ob die Behörde denn mittlerweile im Besitz der Grundstücke ist, auf der die Strecke gebaut werden soll, äußert sich Bartnick nicht. Der Umbau der Kreuzung B 327/B 50 zum Kreisverkehr sei aus Verkehrssicherungsgründen geboten gewesen, sagt Bartnick. Denn bereits bei den vorherigen Verkehrsbelastungen sei diese Kreuzung ein ständiger Unfallschwerpunkt gewesen. Die Verkehrsfreigabe der B 50 neu hätte die Kreuzung schlagartig überlastet. Deshalb sei die Umgestaltung in einen Kreisverkehrsplatz aus Gründen der Leistungsfähigkeit erforderlich gewesen. Für wieviel Fahrzeuge der Kreisverkehr ausgelegt ist, sagt Bartnick nicht.
Jedoch ist laut einer Prognose aus dem Jahr 2008 damit zu rechnen, dass im Jahr 2025 22500 Autos auf der B 50 den Kreisverkehr passieren, wenn die Umgehung bis dahin nicht fertig gestellt sein sollte.
Hinzu kommt der Verkehr auf der Hunsrückhöhenstraße aus und in Richtung Morbach. Für Bartnick ist die Fortsetzung des Hochmoselübergangs daher eine "vorrangige Planungsaufgabe mit Nachdruck."
Der heutige Kreisverkehrsplatz sei allerdings leistungsfähiger und sicherer als der alte Knoten. Sobald die B 50 verlegt ist, werde der Kreisverkehrsplatz Belginum dann deutlich weniger Verkehr aufnehmen müssen als in der Übergangszeit.

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