Unglaubliches aus Schilda
Zur "Scherl-Debatte" erreichte uns auch diese Leserzuschrift:
Mit Interesse habe ich den Bericht "Die ,öffentliche' Scherl-Debatte" gelesen. Ich bin selbst Hobbymalerin und hatte schon verschiedene Ausstellungen. Ebenso mein Sohn mit seinen Fotografien. Wenn ich mir diesen Hickhack ansehe, frage ich mich: "Worum geht es hier eigentlich?" Und: "Was zählt hier eigentlich?"Der Mensch, die Kunst oder einfach nur ein unsachgemäßes Kompetenzgerangel? Oder habe ich da etwas nicht richtig verstanden?Die Stadt Wittlich schmückt sich mit Bronze-Schweinen von Hanns Scherl in der Oberstadt sowie vor dem Alten Rathaus. Ebenso in der Stadt Bitburg empfangen vier Bronze-Statuen von Hanns Scherl den Besucher des Kulturhauses Beda. Aber wegen einer Ausstellung im Meistermann-Museum hat man plötzlich Bedenken? Auweia, was würde wohl der Künstler Georg Meistermann dazu sagen? Ich glaube, er würde darüber nur lächeln.Es liegt mir fern, unsere dunkle Vergangenheit und die Menschen, die ihre persönlichen Vorteile in und aus dieser Zeit gezogen haben, "schönzureden". Aber: "Wer frei von Schuld ist, der werfe den ersten Stein!"Letztendlich sollte doch eigentlich nur die Kunst im Mittelpunkt stehen und nicht die Politik und eine fast 70 Jahre alte Vergangenheit, die wir immer noch benutzen, um uns selbst zu blockieren. Da fallen mir die Schildbürger ein, die sich selbst eingemauert haben.Warum stellt man nicht einfach die Kunst in den Vordergrund und erfreut sich daran? Sie ist für alle Menschen gemacht, um sie zum Nachdenken anzuregen oder abzulenken von allem, was belastet. Hinter jedem Exponat steht ein Künstler, ein Mensch, der etwas aussagen will. Wenn plötzlich so genannte Kunstexperten einen Künstler nach Herkunft und Vergangenheit einstufen, dann verlieren sie ganz schnell den Blick für das Wesentliche. Brigitte Hoffmann, Bergweiler