Unsägliche Argumente

Kommunalreform

Zu den Artikeln "Thalfanger Flugblatt stößt auf Kritik", "Politiker engagieren sich für Thalfangs Selbstständigkeit" und "Das Rathaus bleibt in Thalfang" schrieb uns dieser Leser:
Es ist gut, dass es eine öffentliche Diskussion darüber gibt, wohin die VG Thalfang als Ganzes und die Ortsgemeinden im Einzelnen im Rahmen der Kommunalreform wollen. Zwischenzeitlich stehen die Entscheidungen fest, dass einzelne Orte in die VG Hermeskeil und andere in die EG Morbach wechseln wollen. Somit ist eine Gesamtlösung für die VG Thalfang quasi vom Tisch.
Unsäglich finde ich jedoch die Argumente, die die BI "Thalfang bleibt selbstständig" in Presseartikeln und Flugblättern gegen die Einheitsgemeinde Morbach anführt. Es wird so getan, als ob Thalfang alles verlieren und nur noch ein Anhängsel von Morbach sein wird. Zitat: "Einzig und allein der Morbacher Einheitsgemeinderat bestimmt und entscheidet, was letztendlich in einem Ortsbezirk geschieht". Wer bitte schön sitzt denn im "Einheitsgemeinderat"? Im Falle des Zusammenschlusses doch auch Vertreter unserer Dörfer! Ist das dann keine demokratische Vertretung mehr?
Ob das Gesundheits- und Erholungsbad erhalten bleibt ist wohl kaum eine Frage von VG oder EG. Der aktuell hohe Schuldenstand zwingt grundsätzlich zum Nachdenken über den weiteren Betrieb. Und dass eine wohnortnahe schulische Versorgung auch in einer Einheitsgemeinde erforderlich sein wird, versteht sich von selbst.
Ganz aktuell wird jetzt noch Angst mit den Verwaltungsstellen im Thalfanger Rathaus geschürt. So sieht keine konstruktive Auseinandersetzung aus, sondern das ist Populismus. Und dieser trägt entscheidend dazu bei, dass sich unsere Gesellschaft spaltet.
Ich empfehle allen, die sich mit dem Thema Kommunalreform ernsthaft auseinander setzen und sich über die Einheitsgemeinde informieren wollen, das Gespräch mit Bürgern, kommunalen Mitarbeitern und Politikern in Morbach und den Orten der Einheitsgemeinde zu suchen. So kann man aus erster Hand erfahren, wie sich die politische und gesellschaftliche Situation vor Ort darstellt.
Und man wird feststellen, dass diese Struktur auch ihre positiven Seiten hat.
Frank Hürtgen, Thalfang

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