Unsichere Ladung im Fokus

Bis zu 400 Kilogramm wiegen Heu- und Strohballen, die teils ungesichert über die Straßen transportiert werden. Die Wittlicher Polizei wird solche landwirtschaftlichen Transporte kontrollieren und Verstöße ahnden. Den Transporteuren droht ein Bußgeld zwischen 50 und 80 Euro.

Strohballenrollen ist immer wieder ein Spaß bei Dorf-Olympiaden. Rollende Strohballen im Straßenverkehr sind hingegen alles andere als spaßig, sagt die Polizei Wittlich. Deshalb wird sie in den kommenden Wochen verstärkt nach schlecht oder gar nicht gesicherter Ladung bei land- oder forstwirtschaftlichen Fahrzeugen Ausschau halten. "Bisher haben wir die Fahrer auf die Gefahren ungesicherter Ladung immer nur aufmerksam gemacht und um die Sicherung der Ladung gebeten", sagt Heinz Hoffmann von der Polizei Wittlich. Doch damit ist nun Schluss, da keine Besserung der Situation zu erkennen sei.

"Ich kann ja den Zeitdruck der Landwirte verstehen", sagt Hoffmann. Das könne kein Freibrief dafür sein, sich und andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden. Diese Gefährdung wiegt manchmal einige Tonnen. Denn von immer größeren Traktoren werden immer größere Anhänger mit immer mehr Ladung transportiert. Anhänger mit mehr als einem Dutzend Rundballen mit jeweils 300 Kilogramm Gewicht oder mehr sind heutzutage keine Seltenheit auf den Straßen. Das sind dann mal schnell vier Tonnen, die dann auch schon mal ohne entsprechende Sicherung von der Wiese zum Betrieb kutschiert werden. In einer ersten Phase wird die Polizei die Betriebsleiter von Land- und Forstbetrieben aufsuchen und sie über die richtige Ladungssicherung informieren. Danach wird es ernst. Unfälle mit herabgefallener Ladung hat es nach Auskunft Hoffmanns im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Wittlich in den vergangenen Jahren nicht gegeben. Die ändert jedoch wenig an den fatalen Folgen eines Unfalls. Die Kollision eines 300-Kilogramm-Rundballens bleibt für die Insassen eines Autos sicher nicht ohne Folgen. Für Motorradfahrer kann solch eine Begegnung tödlich sein. Nicht nur die Polizei hat ein Auge auf die Ladungssicherheit. "Die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft legt großen Wert darauf, dass die Ladung richtig gesichert wird", sagt Manfred Zelder, Chef des Bernkastel-Wittlicher Bauernverbands. Er geht davon aus, dass sich ein Großteil seiner Berufskollegen an die Vorgaben hält - allein schon zum Selbstschutz. "Mit ein wenig Übung ist eine Ladung Rundballen mit Gurten in zehn bis 15 Minuten gesichert", sagt Zelder. EXTRA Unsichere Ladung: Stellt die Polizei eine nicht ordnungsgemäß verstaute Ladung fest, muss der Transporteur ein Bußgeld zahlen. Für diese Ordnungswidrigkeit sind 50 oder 80 Euro zu zahlen, je nachdem wie die Verkehrssicherheit beeinträchtigt wird. Bei einem Unfall können bis zu 120 Euro Bußgeld festgelegt werden. Dazu kommen noch ein bis vier Punkte in Flensburg sowie die Verwaltungsgebühr für den Bußgeldbescheid in Höhe von 20 Euro. Wenn bei einem Unfall aufgrund mangelnder Ladungssicherung Menschen verletzt werden, ist der Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung erfüllt.