"Unter den Linden" wird's gemütlicher

"Unter den Linden" wird's gemütlicher

MALBORN. Lange genug haben die Malborner auf die Umgestaltung ihrer Ortsmitte gewartet. Doch jetzt soll es schon bald losgehen. Die Mittel für das Projekt sind bewilligt, die Aufträge an die Firmen vergeben. Was fehlt, ist noch das richtige Wetter für die Bauarbeiten.

Woran erkennt man die Mitte eines Ortes? In Hunsrücker Dörfern findet man im Mittelpunkt meist eine Kirche und häufig genug noch die traditionelle Linde. Dort wird meist ein Maibaum aufgestellt, die Feste finden dort statt. Im Idealfall stehen dort Bänke, und der ganze Platz lädt zum Verweilen ein.Einiges davon trifft auch auf die Malborner Ortsmitte zu. Dort findet sich eine Kirche, aber schon bei der Linde wird‘s kritisch. Der "markante Baum", so beschreibt ihn der Trierer Planer Gerd Kintzinger vom Büro Stolz und Kintzinger, ist nämlich innen hohl und muss gefällt werden, damit er nicht zur Gefahr wird. Doch vor allem mit der Gemütlichkeit ist es momentan noch nicht so weit her. Die Einmündung der Straße "In der Träf" in die Hauptstraße ist weit aufgefächert. Grauer Asphalt wohin das Auge schaut.Doch das soll sich schon bald ändern. "Die gesamte Optik soll verbessert werden", weist die Ortsbürgermeisterin Gabriele Neurohr auf die Zielrichtung hin. Die Ortsmitte, in der auch heute schon zahlreiche Feste gefeiert werden, soll klarer, großzügiger und gemütlicher werden. Allerdings werde auch einiges für die Verbesserung der Verkehrssituation getan.Der Einmündungsbereich soll auf fünf Meter reduziert, der Rest der Straßenfläche durch Pflasterbänder besser strukturiert werden. Die kranke Linde soll durch zwei neue Bäume, ebenfalls Linden, ersetzt werden. Allerdings nicht durch Jungpflanzen, sondern durch Bäume, die schon ein paar Jahresringe angesetzt haben. Mit etwa 30 Zentimeter Stammdurchmesser wirken sie möglicherweise anfangs noch "etwas mickrig", aber sie wachsen ja schnell, erklärt der Planer. Und noch ein Gefahrenpunkt soll entschärft werden: Wer momentan aus dem Pfarrhaus kommt, steht quasi direkt auf der Straße. Weitere Bäume und Bänke werden aufgestellt. Beete und Parkplätze sollen angelegt werden. Ein altes Steinkreuz, das sich derzeit auf einem Privatgrundstück befindet, soll in den neuen Platz integriert werden.Schon seit Jahren bemühen sich Verbands- und Ortsgemeinde, das Zentrum von Malborn aufzuwerten. Ursprünglich war geplant, eines der Gebäude an der Einmündung zu kaufen und in den Platz zu integrieren. Das Gebäude sollte zur "Festscheune" umgewandelt und Räume für Jugendliche und Vereine geschaffen werden. Ein Internet-Café war im ursprünglichen Plan ebenso vorhanden wie eine Toiletten-Anlage. Das Ziel des Vorhabens: Man wollte vor allem "Impulse für private Investoren setzen", blickt Michael Suska von der Verbandsgemeinde Thalfang zurück.Diese Dorferneuerungsmaßnahme sollte 277 000 Euro kosten, ein Zuschuss von 133 000 Euro war bereits bewilligt. Doch dann wurde man sich mit dem Eigentümer des Gebäudes nicht handelseinig.Der Verkauf kam nicht zustande. Die ursprünglichen Pläne konnten nicht realisiert werden. Stattdessen mussten die Planer noch mal ‘ran. Im Sommer vergangenen Jahres gab es vom Land grünes Licht für die Umwidmung der Mittel. Der Zuschuss reduziert sich wegen des fehlenden Gebäude-Umbaus auf 67 000 Euro.Ob das Projekt "Festscheune" endgültig gestorben ist oder möglicherweise irgendwann wiederbelebt wird, das vermag die Ortsbürgermeisterin derzeit nicht zu sagen. Aber: "Ich war nie ein großer Verfechter davon." Zum einen habe man in Malborn die Steinkopfhalle und das Pfarrheim. Zum anderen wohnen in der Ortsmitte vor allem ältere Menschen. Und die sind in der Regel lärmempfindlicher und gingen auch eher schlafen.Weihnachtsmarkt steht in den Sternen

Doch auch im Ort soll weiterhin gefeiert werden: vom St.-Anna-Fest der Frauengemeinschaft bis zum Maifest. Ob "unter den Linden" nochmals der Glühwein duftet, die Frage muss Gabriele Neurohr offen lassen. Die "Thekensteher" hatten in der Vergangenheit in Privatinitiative einen Weihnachtsmarkt ausgerichtet. Doch das haben sie bereits im vergangenen Jahr nicht mehr gemacht. Immerhin, so Neurohr, "die Möglichkeit ist da".Mittlerweile sind übrigens die Aufträge vergeben. "Richtig losgehen" kann es nach Schätzung des Planers, dessen Büro auch die Baubetreuung macht, sobald das Wetter mitmacht.

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