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Unterstützung für Amputierte: Neue Selbsthilfegruppe

Unterstützung für Amputierte: Neue Selbsthilfegruppe

Eine Selbsthilfegruppe für Arm- oder Beinamputierte hat sich in Wittlich gegründet. Es ist die erste ihrer Art in ganz Rheinland-Pfalz und stößt auf viel Resonanz.

Bernkastel-Wittlich. Gerade Gefäßerkrankungen können bei schweren Verläufen die Amputation von Extremitäten wie Beinen oder Armen notwendig machen. So erlebt Dr. Hans-Joachim Lutz, gefäßchirurgischer Chefarzt am Verbundkrankenhaus Bernkastel-Wittlich, häufig die Sorgen seiner Patienten nach Amputationen.
Bereits während des stationären Aufenthaltes beginnen Orthopädietechniker mit den Vorbereitungen für eine individuell abgestimmte Prothesenversorgung, und mit Physiotherapeuten können die Betroffenen den Umgang mit der geänderten Mobilität und neuen körperlichen Belastungen lernen. Aber wie gelingt die Bewältigung des neuen Alltags? Eine wichtige Unterstützung können Betroffene hierzu in Selbsthilfegruppen finden. Gemeinsam mit dem Diabetologen Dr. Jürgen Tönges und dem Orthopädietechnikmeister Andreas Golczuk hatte Lutz im Sommer vergangenen Jahres ein Symposium zum Thema "Nach Amputation mobil bleiben" organisiert. In diesem Rahmen wurde auch zur Gründung einer Selbsthilfegruppe aufgerufen.
Ein erstes Treffen der Interessenten fand im Februar statt, heute hat die Gruppe neben den Initiatoren fünf Mitglieder. Auch Stefan Koch aus Lieser und Oliver Moses aus Schleich (VG Schweich) traten der Gruppe bei. Koch erinnert sich noch gut an seine Gefühle nach der Amputation vor 13 Jahren: "Den Umgang mit diesem Verlust musste ich erst lernen, leicht fällt man in ein psychisches Loch." Bei Oliver Moses musste vor eineinhalb Jahren amputiert werden. Er schätzt an der Gruppe besonders den praktischen Erfahrungsaustausch zu Alltagsthemen wie Autofahren, Sport oder Behördengängen und Antragstellungen. Die Ärzte Lutz und Tönges, Physiotherapeut Paul Klammer sowie Golczuk unterstützen die Gruppe.
"Gerade unmittelbar nach einer Amputation ist der Austausch mit Gleichgesinnten extrem hilfreich", unterstreicht Arnold Jansen. Er ist seit 2012 unterschenkelamputiert und arbeitet im Präsidium des deutschen Bundesverbands der Arm- und Beinamputierten. "Rheinland-Pfalz war bisher ein blinder Fleck auf unserer Deutschlandkarte zu Selbsthilfegruppen für Betroffene", sagt Jansen, "das ändert sich jetzt durch unsere Gruppe in Wittlich." red
Das nächste Treffen der Wittlicher Selbsthilfegruppe ist für Montag, 4. Juli, 18 Uhr, im Schulungsraum des St.-Elisabeth-Krankenhauses geplant. Weitere Infos: Dr. Hans Joachim Lutz, Telefon 06571/15-32415, oder E-mail an: gefaesszentrum@
verbund-krankenhaus.de