Unvergessene "Heimat"

Das "Heimat"-Epos von Edgar Reitz ist 25 Jahre nach seiner Uraufführung im Pro-Winzkino in Simmern zu sehen. Für die Fangemeinde im In- und Ausland hat das Mammut-Werk des Hunsrückers seine Bedeutung nicht verloren.

Unvergessene "Heimat"

Simmern/Morbach. Die Filmtrilogie "Heimat" von Edgar Reitz hat Kino-Geschichte geschrieben. Anlässlich der Uraufführung des ersten Teils vor 25 Jahren ist er in Simmern am Wochenende, 31. Oktober und 1. November, erneut zu sehen. Dass genügend Besucher zu dem Kino-Event kommen, dar an hatte man von Anfang an keinen Zweifel. Schließlich erleben die Filmfreunde eine "viel größere Dichte" als vor dem Fernseher, versichert Klaus Endres, einer der Kino-Betreiber. Inzwischen gibt es nur noch ganz wenige Karten.

Die Anmeldungen kommen längst nicht nur aus dem Hunsrück. "Heimat" hat laut Endres nach wie vor viele Anhänger im In- und Ausland. Wo liegt der besondere Reiz des vielfach preisgekrönten Werks? "Es ist die schöne erzählerische Art, mit der Edgar Reitz das Jahrhundert an uns vorüberziehen lässt", ist Endres überzeugt. Der Ort Schabbach, in der die Familiensaga in den Jahren 1919 bis 1982 spielt, ist fiktiv, aber "er könnte überall sein".

Ministerpräsident Kurt Beck schilderte kürzlich bei der Uraufführung der restaurierten Fassung des Frühwerks von Edgar Reitz "Die Reise nach Wien" seine Einschätzung: "Ihnen ist es gelungen, die Menschen nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Begriff Heimat zu versöhnen durch das Heranrücken an die Menschen und deren Zerrissenheit." "Die Reise nach Wien" aus dem Jahr 1973 wurde von Christian Reitz, einem Sohn des Regisseurs, restauriert. Der gebürtige Morbacher Edgar Reitz hat nach Angaben des Pro-Winzkinos sein Kommen am Kino-Wochenende angekündigt. Im Hunsrück-Museum im Simmerner Schloss ist anlässlich seines 77. Geburtstags ein Sektempfang geplant. Dort gibt es eine Filmabteilung mit Schwerpunkt "Heimat". Aus der ersten Staffel zeigt Museumsleiter Fritz Schellack beispielsweise die Stiefel von Anton Simon, die dieser sich im Film vergolden ließ, nachdem er zu Fuß aus Russland zurückgekommen war.

Fast täglich interessieren sich laut Schellack Museumsbesucher für das Reitz'sche Werk, darunter viele Niederländer und Belgier. Nach wie vor bietet das Standort-Marketing Simmern Bustouren und Pauschalangebote zu "Heimat"-Drehorten an.

Nach Einschätzungen von Jörn Winkhaus von der Hunsrück-Touristik hat der Film "keine große touristische Bedeutung" mehr, allerdings sei die Trilogie im europäischen Ausland teilweise noch bekannt und werde von ihm als "Entrée für Messen" genutzt. Der Morbacher Tourismus-Chef Karl-Heinz Erz berichtet dagegen von regelmäßigen Anfragen. Eine Broschüre, die anlässlich des dritten Teils der Trilogie erstellt wurde, musste wegen der Beschwerde eines Schauspielers eingestampft werden, sagt er. Deshalb helfe man mündlich weiter. TAGESFAHRT UND PAUSCHALE Zweimal im kommenden Jahr wird die Tagesfahrt "Heimat ist Hunsrück" angeboten, am 8. Mai und am 4. September. Mit dem Bus werden zahlreiche "Heimat"-Drehorte angefahren. Die Darstellerin Eva-Maria Schneider erzählt anschauliche Geschichten von den Dreharbeiten und über die Region Hunsrück. Auch ein Besuch im Hunsrück-Museum in Simmern ist vorgesehen. Angeboten wird ebenfalls ein dreitägiges Pauschalangebot für Touristen inklusive Busfahrt und Museumsbesuch. Infos und Buchungen bei der Tourist-Information im Neuen Schloss, Telefon 06761/837296 und E-Mail tourist-info@vgvsim.de.KINOFILM Am 31. Oktober und 1. November wird der erste Teil der "Heimat"-Trilogie im Pro-Winzkino in Zusammenarbeit mit der Katholischen Familienbildungsstätte komplett, aber mit Unterbrechungen gezeigt. Für Verpflegung in den Pausen ist gesorgt. Insgesamt werden nach Angaben von Klaus Endres vom Pro-Winzkino 924 Minuten, "also knapp 16 Stunden", gezeigt. Karten im Vorverkauf telefonisch unter 06761/7748 oder im Internet unter www.pro-winzkino.de