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Unwetter in Hochwald und Hunsrück: 44 Liter Wasser in 20 Minuten

Unwetter in Hochwald und Hunsrück: 44 Liter Wasser in 20 Minuten

44 Liter Wasser auf den Quadratmeter in 20 Minuten sind in Hermeskeil heute Morgen um 7.30 Uhr gefallen. Danach beherrschte bis zum Mittag das Unwetter in der Stadt. Auch in den Hunsrücker Gemeinden kämpften Feuerwehren und die Bevölkerungen gegen vollgelaufene Keller und Unwetterschäden.

 Unwetter in Hermeskeil.
Unwetter in Hermeskeil. Foto: Axel Munsteiner
 Besonders stark betroffen ist die Stadt Hermeskeil, wo gegen 7.30 Uhr ein heftiges Gewitter mit Starkregen und Hagel durchzog.
Besonders stark betroffen ist die Stadt Hermeskeil, wo gegen 7.30 Uhr ein heftiges Gewitter mit Starkregen und Hagel durchzog. Foto: Axel Munsteiner
 Heftige Regenfälle brachten diesen Hang an der B327 (Hunsrückhöhenstrasse) zwischen Rorodt und Oderter Haus ins Rutschen. Die Fahrbahn wurde zur Hälfte unfahrbar.
Heftige Regenfälle brachten diesen Hang an der B327 (Hunsrückhöhenstrasse) zwischen Rorodt und Oderter Haus ins Rutschen. Die Fahrbahn wurde zur Hälfte unfahrbar. Foto: Klaus Kimmling
 Heftige Regenfälle brachten diesen Hang an der B327 (Hunsrückhöhenstrasse) zwischen Rorodt und Oderter Haus ins Rutschen. Die Fahrbahn wurde zur Hälfte unfahrbar.
Heftige Regenfälle brachten diesen Hang an der B327 (Hunsrückhöhenstrasse) zwischen Rorodt und Oderter Haus ins Rutschen. Die Fahrbahn wurde zur Hälfte unfahrbar. Foto: Klaus Kimmling

Land unter in Hochwald und Hunsrück: Besonders stark betroffen war die Stadt Hermeskeil, wo gegen 7.30 Uhr ein heftiges Gewitter mit Starkregen und Hagel durchzog. Laut der Berufsfeuerwehr sind in 20 Minuten 44 Liter Wasser pro Quadratmeter gefallen. Die Wassermassen waren so gewaltig, dass in Dutzenden Häusern Keller und Erdgeschosswohnungen voll liefen. Auch öffentliche Gebäude wie die Stadtbücherei, die Tiefgarage des Rathauses und Feuerwache standen unter Wasser. Außerdem wurden mehrere Straßen überspült oder wurden von Geröll bedeckt. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz. Über 100 Einsätze wurden gemeldet. Der Kindergarten Adolph-Kolping wurde vorsorglich geschlossen, da man wegen des Wassers Schäden an den elektrischen Leitungen befürchtete. Auch Feuerwehren aus Ruwer und Schweich unterstützten die 16 Feuerwehren der VG Hermeskeil. Zudem fiel das Telefonnetz teilweise aus. In Notfällen sollte sich die Bevölkerung an die Feuerwehrgerätehäuser wenden. Auch Landrat Günther Schartz war vor Ort. Später verlagerte sich nun das Unwetter in Richtung Züsch und Neuhütten.

In Thalfang war die Lage nicht ruhiger: "Wir haben gerade sozusagen 100 Einsätze. Genauere Auskünfte müssen wir auf später verschieben", teilt die Feuerwehr Thalfang um 10 Uhr mit. Noch um 13.30 Uhr kam die Feuerwehr in der VG Thalfang immer noch nicht zur Ruhe. Ständig kamen noch neue Hilferufe rein. Die Wassermassen überschwemmten viele Keller, unter anderem bei der Feuerwehr in Thalfang selbst, aber auch in Bäsch, Malborn, Hilscheid, Gräfendhron und anderen Orten. In Berglicht hat am Vormittag der Blitz in einen Dachstuhl eingeschlagen, dort mussten die Wehrmänner den Brand löschen. Später wurden Sandsäcke gefüllt, um rutschende Erdmassen unter anderem im Petersberger Weg in Thalfang und in Gräfendhron aufzuhalten. Die Feuerwehr bestellte Sand nach. "Es ist noch nicht so schlimm wie im Osten, aber für die Region ist es schon ganz schön heftig", hieß es.

"Die Gemeinde Morbach ist fast flächendeckend von den Unwetter-Problemen betroffen", sagt Wehrleiter Marco Knöppel. In Morbach waren vor allem die Keller im Ortskern überflutet. "Dort hat es das Kanalsystem nicht mehr gepackt", lautet Knöppels Analyse. In vielen anderen Orten traten die Bäche über die Ufer, oft weil Abläufe verstopft waren, die die Wehr dann wieder frelegen musste. An 27 Einsatzstellen waren die Wehren unterwegs, unter anderem in Gonzerath, Rapperath, Hinzerath, Wederath, Haag und Hundheim. Auch an einem Hangrutsch in Morscheid-Riedenburg wurde gearbeitet. Dort werde mit Räumgerät das Erdreich beiseite geschafft, sagte Knöppel. Fünf Wehren mit 50 bis 60 Personen waren in der Gemeinde Morbach im Einsatz. Um 8 Uhr waren die ersten Alarmierungen eingegangen.