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Tourismus: Urlauberrekord an die Mittelmosel

Tourismus : Urlauberrekord an die Mittelmosel

Die Gastgeber in der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues melden für 2016 Rekordzahlen. Die noch nicht abgeschlossene Statistik 2017 weist einen leichten Rückgang aus.

Jörg Lautwein ist keiner, der gute Meldungen lauthals rausposaunt. Dabei hätte der Geschäftsführer der Wein- und Ferienregion Bernkastel-Kues, der touristischen Nahtstelle für den Tourismus in der Verbandsgemeinde und der Stadt Bernkastel-Kues, allen Grund dazu. Schließlich war 2016 wieder ein Rekordjahr. Lautwein: „Es war das beste Jahr, das wir je hatten.“

Die Vermieter (ohne Camping) freuten sich über 443 793 Gäste und mehr als 1,44 Millionen  Übernachtungen. Das war in beiden Bereichen ein Plus gegenüber dem Vorjahr. „Und das lief schon super“, sagt Lautwein. Die unzähligen Tagesgäste, vor allem in der Stadt Bernkastel-Kues, sind in diese Statistik  natürlich nicht eingerechnet.

Das Zahlenwerk für 2017 ist noch nicht fertig. November und Dezember fehlen um diese Zeit des Folgejahres immer noch. Bei Gästen und Übernachtungen sei ein leichter Rückgang zu verzeichnen, berichtet Jörg Lautwein.

Das liegt seiner Meinung nach  daran, dass es vergangenes Jahr keinen richtigen Sommer gab. „Gefühlt war der im Juli schon beendet“, sagt Lautwein in einer gemeinsamen Sitzung von Verbandsgemeinderat und Stadtrat. Wanderer und Radfahrer, die auf das Wetter achteten, hätten sich deshalb mit Besuchen zurückgehalten. Für den großflächigen Landkreis Bernkastel-Wittlich (2,645 Millionen Übernachtungen) bedeuten die Zahlen: Die Verbandsgemeinde (VG) Bernkastel-Kues verzeichnet mehr als die Hälfte davon. Für  Rheinland-Pfalz (knapp 22,6 Millionen Übernachtungen) spielt die Region ebenfalls eine herausragende Rolle.

Diese Bilanzen des statistischen Landesamtes seien nachvollziehbar, sagt Lautwein. Bei anderen Zahlen sei das anders. Ende Dezember 2016 wurden in der VG 799 Betriebe (mit mehr als neun Betten)  gezählt. In ihnen standen, so die Statistik, 8494 Betten zur Verfügung. Das war damals ein markanter Rückgang. 2017 (Stand Oktober) sollen es auf einmal wieder 819 Betriebe mit 10 477 Betten gewesen sein. Das wären fast 2000 Betten mehr als 2016.

Jörg Lautwein hat die Zahlen erst frisch bekommen und weiß momentan auch nicht, was richtig ist. Dass aber keine 2000 Betten in zehn Monaten hinzugekommen sind, weiß er. „Vielleicht haben sich die Bemessungsgrundlagen geändert. Ich muss da beim Statistischen Landesamt nachfragen“, sagt er.

Langfristig werde die Zahl der Betten eher abnehmen  – speziell bei den Pensionen, deren Betreiber auch älter werden und oft keinen Nachfolger haben. Mit neuen Hotels, derzeit entstehen zwei in Kues, könne das nicht aufgefangen werden, sagt er im Gespräch mit dem TV. Auf dem Kueser Plateau werden drei Betriebe zu einem Komplex zusammengeführt. Ein weiterer großer Betrieb auf der Höhe soll saniert werden. Der Bettenbedarf sei auch vorhanden. „In der Hochsaison haben wir immer zu wenige davon“, sagt Lautwein. Das ist für ihn die Zeit von Mitte Juli bis Ende Oktober.

Urlaub in Wanderschuhen oder auf dem Fahrrad sei weiterhin beliebt. „Und dieser Trend wird auch noch weiter anhalten“, sagt der Tourismusexperte, der seit fast zehn Jahren die touristischen Geschicke im Zentrum der Mittelmosel leitet.