Urnengräber bringen Wittlicher Friedhöfe in Gefahr

Wittlich · Inzwischen ist die klassische Beerdigung mit Sarg in Wittlich eher die Ausnahme. Diese Veränderung der Beerdigungskultur macht die Erhaltung der sechs Friedhöfe in der heutigen Form immer schwieriger.

Die letzte Ruhe kann in Wittlich schon einmal mehr als 2000 Euro kosten. Dann nämlich, wenn die Angehörigen sich beispielsweise dafür entscheiden, dass der Tote in einem Sarg in einem Einzelwahlgrab auf einem der sechs Wittlicher Friedhöfe bestattet wird. Dies ist wohl mit ein Grund dafür, dass Urnen immer beliebter werden und in diesem Jahr zwei neue Urnengrabwände auf dem Friedhof Burgstraße gebaut werden sollen. Denn bei dieser Bestattungsform ist man schon ab 805 Euro dabei.

Im Werksausschuss der Stadt Wittlich zeigte Detlef Boldt von den für das Friedhofswesen zuständigen Stadtwerken Wittlich auf, wo die letzte Reise hingeht: Weg von der klassischen Bestattung im Sarg hin zum Urnengrab: Seit Anfang des Jahres waren auf den beiden großen Friedhöfen Trierer Landstraße und Burgstraße jeweils mehr als 70 Prozent der Bestattungen solche mit Urnen. "Auf den Friedhöfen in den Stadtteilen ist dieser Trend noch nicht ganz so augenfällig", sagte Boldt. Doch auch dort nimmt die Zahl klassischer Bestattungen ab.

Trend geht zur Urnenbestattung



Diese Veränderung der Bestattungskultur stellt die Verantwortlichen vor Herausforderungen. Denn die Kosten für den Unterhalt der Friedhöfe bleiben gleich. Beispielsweise wird bei Urnen keine Leichenhalle mehr benötigt. Damit wird keine Nutzungsgebühr fällig, und die Einnahmen sinken. Da das Friedhofswesen eine sogenannte kostenrechnende Einrichtung ist, muss am Ende des Jahres so viel Geld über Gebühren eingenommen sein wie ausgegeben wird. Irgendwann werden deshalb beispielsweise nicht mehr alle Leichenhallen finanzierbar sein. Eine aus den Reihen der Ausschussmitglieder vorgeschla-gene Verteuerung der Urnengräber bei gleichzeitiger Verbilligung der Sarg-Bestattung würde das klassische Grab zwar attraktiver machen. "Die Quersubventionierung werden wir gebührenrechtlich nicht durchbekommen", sagte jedoch Stadtwerke-Chef Lothar Schaefer. Denn die Kosten für die Gräber orientieren sich an der Größe der Grabstätten. Eine Schließung eines der sechs Friedhöfe ist trotz der sich verändernden Beerdigungskultur in Wittlich derzeit nicht geplant. Diskutiert wird darüber, was mit einigen Familiengräbern geschieht, bei denen die Ruhezeit von 25 Jahren des zuletzt Verstorbenen abgelaufen ist. Da diese Grabstätten teilweise prägend für das Gesamtbild sind, sollen sie erhalten bleiben. Dabei setzen die Werke auf die Zusammenarbeit mit dem Wittlicher Steinmetz und Bildhauer Sebastian Langner.

Extra Beerdigungskosten: Auf bis zu 2400 Euro können sich in Wittlich die Gebühren für ein Grab summieren. In diesem Fall haben sich die Angehörigen für ein Einzelwahlgrab inklusive Gebühren für 25 Jahre Liegedauer, Pflegekosten, Bestattungsgebühren sowie der Gebühren für die Leichenhalle sowie die Aussegnungshalle entschieden. Ein Urnenreihengrab ist für 471 Euro zu haben. In dieser Summe enthalten sind die Gebühren für die 15 Jahre Liegedauer sowie die Bestattungsgebühren.

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