"Ute bleibt eine Erfolgsstory"

Seit fast 20 Jahren hat es sich der Verein "Urlaubsregion Thalfang am Erbeskopf" (Ute) zur Aufgabe gemacht, diese touristisch zu vermarkten. Bei der Mitgliederversammlung in Thalfang zog der Vorstand eine positive Bilanz und kündigte Initiativen an, die weitere Urlauber in den Hunsrück locken sollen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Gästezahlen im Jahr 2005 um sieben Prozent gesunken sind.

Thalfang. Die Urlaubsregion Thalfang hat viele attraktive Ziele: Den Erbeskopf, der Ferienpark Himmelberg, das Familienhotel Hochwald, viele Pensionen, zahlreiche malerische Orte und Baudenkmäler. "Wir können stolz sein auf das, was wir im Rahmen unserer Möglichkeiten erreicht haben", betonte VG-Bürgermeister Hans-Dieter Dellwo, der Ute-Vorsitzende, während der Mitgliederversammlung. Hoffnungen ruhen auf Mountainbikern

Er verwies auf die neue "Thalfanger Rad-Aktiv-Route" und den Saar-Hunsrück-Steig, der in der kommenden Woche eröffnet wird. Beides touristische Angebote, an denen die Region Thalfang maßgeblich beteiligt ist. "Dies sind wichtige neue Angebote für Urlauber", so Dellwo.Und die neue Mountainbike-Strecke, eine von neun Rad-Aktiv-Touren durch den Hunsrück, hat es in sich. 400 Meter Höhenunterschied zwischen Thalfang und dem Erbeskopf, der höchsten rheinland-pfälzischen Erhebung, erfordern fahrerisches Können, das aber nicht nur bei den Steigungen, sondern auch bei Single-Trails und Passagen nötig ist. Und die damit für Mountain-Biker eine sehr attraktive Strecke darstellt, hofft Dellwo. Zusammenarbeit funktioniert reibungslos

Nicht Radfahren, sondern Wandern auf höchstem Niveau bietet der Saar-Hunsrück-Steig zwischen Idar-Oberstein und Mettlach an der Saar. Auch hier spielt der Erbeskopf eine wichtige Rolle, doch auch die übrige Strecke durch die Verbandsgemeinde Thalfang bietet den Wanderern viele sehenswerte Einblicke in den Hunsrück. "Es ist ein ehrgeiziges Projekt, an dem mehrere Kommunen, Kreise und zwei Länder beteiligt sind", freut sich der VG-Chef.Hier funktioniert die überregionale Zusammenarbeit reibungslos. Doch gerade zwischen den Saarländern und den Hunsrückern gab es in den vergangenen Monaten auch Unstimmigkeiten, die zum Rückzug der Verbandsgemeinde Thalfang aus der gemeinsamen Gästezeitung führten. "Für viele unserer Gäste waren die umfangreichen Berichte aus dem Saarland von geringerem Interesse, die haben sich lieber im Amtsblatt oder vor Ort informiert", begründete Ute-Geschäftsführer Klaus Hepp die damalige Entscheidung des Vorstandes.Nun strebt die VG Thalfang eine Kooperation mit Morbach an. "Erste Gespräche sind geführt worden, wir werden wohl im kommenden Jahr mit Morbach eine gemeinsame Gästezeitung herausgeben", so Hepp. Und Gereon Haumann, der zweite Vorsitzende von Ute, denkt noch weiter: "Ich wäre dafür, auch Neumagen-Dhron und Hermeskeil mit ins Boot zu nehmen. Sie sind kommunale Nachbarn und damit erste Ansprechpartner für gemeinsame Projekte."Und die gibt es auch schon. So sind Hermeskeil, Morbach und Thalfang am Regionalmanagement der Hunsrückbahn beteiligt mit dem Ziel, die Hunsrückbahn zu erhalten und beispielsweise für eine Draisinen-Bahn zu nutzen. "Wenn alles klappt, können wir bald an das Land herantreten und eine Förderung für dieses Projekt beantragen", kündigte Hans-Dieter Dellwo an.Trotz knapper Mittel den Tourismus beleben

Initiativen, die trotz knapper finanzieller Mittel - im vergangenen Jahr machte der Verein ein kleines Minus - den Tourismus in der Region beleben sollen. Rund 104 000 Übernachtungen gab es im vergangenen Jahr in der Verbandsgemeinde, sieben Prozent weniger als 2005. Aber dennoch: "Wir haben seit mehr als 25 Jahren immer mehr als 100 000 Übernachtungen jährlich, obwohl sich seit damals vieles in der Urlauberstruktur geändert hat. Damit bleibt Ute eine Erfolgsstory", resümmierte Gereon Haumann während der Mitgliederversammlung.