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UV-Strahlen machen Wasser sicherer

Thalfang. Das Trinkwasser in der Verbandsgemeinde Thalfang wird sicherer: Die Werke wollen es künftig permanent mit ultraviolettem Licht desinfizieren. Verunreinigungen mit Darmbakterien wie im vergangenen Jahr wären damit passé. Marion Maier

Thalfang. "Vorsicht, Trinkwasser bitte abkochen!" hieß es im Oktober vergangenen Jahres für die insgesamt 600 Horather, Merschbacher und Gräfendhroner. Der Grund: Bei einer Stichprobe des Gesundheitsamts waren Darmbakterien gefunden worden, die nach neueren Bestimmungen im Trinkwasser gar nicht mehr vorkommen dürfen. Die Keime können Infektionskrankheiten auslösen.
Die Behörden haben sofort reagiert, das Ortsnetz gespült und mit Chlor desinfiziert. Eine akute Bedrohung bestehe nicht, hieß es angesichts einer geringen Bakterienmenge von fünf koloniebildenden Einheiten pro 100 Milliliter. Nach etwa eineinhalb Wochen war der Spuk vorbei, die Bürger konnten wieder bedenkenlos trinken, was aus dem Wasserhahn floss.
Trotz Untersuchungen gelang es den Behörden damals aber nicht, eine Antwort auf die schwierige Frage zu finden, woher die Verunreinigung stammte. Edwin Maßmann, Leiter der Verbandsgemeindewerke, konnte lediglich mutmaßen: Schwarzwild, das sich in der Nähe der Quellen gesuhlt habe, könnte die Verunreinigung ausgelöst haben. Gülle wurde als Ursache ausgeschlossen. Dann hätte man auch bestimmte andere Stoffe im Wasser finden müssen.
In Horath war dies die vierte Trinkwasserverunreinigung seit 2003. Darauf haben die Thalfanger Werke reagiert. Sie wollen UV-Desinfektionsanlagen installieren. Mit Hilfe von ultraviolettem Licht werden darin die Bakterien und Viren abgetötet. Das kurzwellige Licht zerstört die Erbsubstanz der Mikroorganismen.
So kann das Wasser stetig desinfiziert werden, ohne dass zusätzliche Chemikalien in das Nass gelangen oder es zu einer Geschmacksveränderung kommt. Die Kreisverwaltung hatte in einem Vorgespräch mit den Werken eine ständige Zugabe von Chlorbleiche zum Desinfizieren mit Hinweis auf das Minimierungsgebot abgelehnt.
Die Thalfanger Werke wollen nun zunächst das Wasser in den Versorgungsbereichen Horath und Merschbach-Gräfendhron mit ultra-violettem Licht behandeln.
Der Werkausschuss entscheidet am heutigen Dienstag, ob entsprechende Anlagen für insgesamt 17 300 Euro angeschafft werden. Im kommenden Jahr kommen dann die Versorgungsbereiche Malborn und Zentralbehälter dran. Zu letzterem gehören Thalfang und die übrigen 16 Orte der Verbandsgemeinde.
Die Sitzung des Werkausschusses im Konferenzzimmer des Thalfanger Rathauses am heutigen Dienstag beginnt um 18 Uhr.