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Vera Höfner ist neue Vorsteherin des Zweckverbandes Erbeskopf.

Kommunalpolitik : Vera Höfner ist neue Vorsteherin des Zweckverbandes Erbeskopf

Vera Höfner ist die neue Vorsteherin des Zweckverbandes Erbeskopf. Dieser ist weiter hoch verschuldet.

(iro) Der Zweckverband Wintersport-, Natur- und Umweltbildungsstätte Erbeskopf hat wieder einen Chef, beziehungsweise eine Chefin: Vera Höfner, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Thalfang, wurde in einer Verbandsversammlung einstimmig zur neuen Vorsteherin gewählt. Zuvor gab es auf der Position eine längere Vakanz. Marc Hüllenkremer, der frühere VG-Bürgermeister, hatte dieses Amt ausgeübt, befindet sich aber seit Juni 2019 im Ruhestand.

Höfner bedankte sich bei den Mitgliedern des Gremiums für das in sie gesetzte Vertrauen und bei Andreas Hackethal, Bürgermeister der Gemeinde Morbach und stellvertretender Verbandsvorsteher, der in der Zwischenzeit die Amtsgeschäfte geführt hatte. Hacke­thal, der Höfner auch vereidigte, habe eine „turbulente Zeit“ erlebt. Schließlich waren in die Zeit auch die Verhandlungen mit dem Nationalpark Hunsrück-Hochwald wegen der Übergabe des Hunsrückhauses gefallen.

Im Fokus der Sitzung stand der Haushalt 2020, dem ersten Jahr nach der Veräußerung des Hunsrückhauses an das Land für einen symbolischen Wert von einem Euro. Im Haushaltsentwurf 2020 ist, wie Hermann Barten von der VG Thalfang vortrug, ein Jahresüberschuss von 18 910 vorgesehen. Die Verbandsumlage liege mit 391 870 Euro ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres (395 730 Euro) – und das, obwohl 2019 durch den Eigentumsübergang des Hunsrückhauses noch außerordentliche Abschreibungen veranschlagt waren, die 2020 nicht mehr enthalten seien. So steht es jedenfalls im später einstimmig verabschiedeten Haushaltsentwurf. Prägend, so führte Barten aus, seien für das aktuell laufende Jahr zwei andere Faktoren: In den gewinnorientierten Bereichen Wintersport und Bistro im Hunsrückhaus werde im Vorjahresvergleich mit deutlichen Verschlechterungen gerechnet: Der Wintersport ist mit einem Minus von 181 313 Euro (Vorjahr -138 326) veranschlagt. Das sei der Witterung geschuldet. Im Jahr 2020 gab es bislang genau einen einzigen Skitag am 29. Februar.

Auch für das Bistro im Hunsrückhaus, das der Zweckverband weiter bewirtschaftet, wird mit einem negativen Ergebnis gerechnet. Auf minus 21 800 Euro beläuft sich der geplante Ansatz. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 war ein Plus von 100 Euro geplant. Diese Verschlechterung ist wohl Corona geschuldet. Die einzige Investition ist die Aufstellung eines neuen Flutlichtmastens für den Wintersport. Die dafür erforderlichen 11 000 Euro werden kreditfinanziert. Was die Skifahrer freuen wird: Die Preise für Liftkarten bleiben unverändert. Unerfreulich ist nach wie vor die Schuldensituation. Hackethal sprach von rund 1,2 Millionen Euro Schulden. Höfner bereiten nach eigener Aussage die hohen Liquiditätskredite (knapp 680 000 Euro) Sorge. „Dass die wirtschaftliche Situation des Zweckverbandes angespannt ist“, stellte auch Hans-Joachim Rahn, Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses, fest. Sein Resümée: Weitere Einsparungen beziehungsweise die Verbesserung der Einnahmesituation seien ohne Einschränkung des Angebotes nicht ersichtlich. Die Mitglieder des Gremiums beschlossen, dass verwaltungsintern eine Arbeitsgruppe gegründet werde, die sich mit einem künftigen Konzept für den Erbeskopf befassen soll.