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Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues will Lücken im Radwegenetz schließen

Tourismus : Von Lauschtouren und Höhenradwegen: Mehr Attraktionen für Radtouristen

Die Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues will Lücken im Radwegenetz schließen und darüber hinaus die Möglichkeiten nutzen, die der Trend zum E-Bike mit sich bringt.

Radfahren liegt voll im Trend. Besonders an der Mosel. Nicht nur am Wochenende, sondern auch werktags sind jetzt im Sommer zahlreiche Touristen mit ihren Zweirädern auf den Radwegen unterwegs. „Der Moselradweg ist stark frequentiert“, sagt Claus Duermann, zuständiger Sachbearbeiter bei der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues. Grund genug für die VG Bernkastel-Kues ihr Radwegekonzept auszubauen und zu verbessern. „Wir haben diverse Baustellen“, sagt Claus Duermann.

Bei der ersten Baustelle treffen zwei Vorhaben aufeinander: Zum einen soll der Moselradweg ab dem Kloster Machern mit dem Bahnhof Wengerohr verbunden werden. „Da gibt es noch nichts“, sagt Duermann. Der Weg soll auch am geplanten Ferienpark Zeltingen vorbeiführen, so dass dieser dann ebenfalls ans Radwegenetz angeschlossen wäre. Zum zweiten soll entlang der Kreisstraße 89 zwischen Burgen und Veldenz ein Wirtschaftsweg fahrradtüchtig ausgebaut werden, um eine Verbindung vom Maare-Mosel-Radweg in Richtung Hunsrück herzustellen. Was die beiden Projekte miteinander verbindet, sind die Finanzen, mit deren Hilfe die Vorhaben realisiert werden sollen. Denn das Land hat einen Fördertopf in Höhe von vier Millionen Euro aufgelegt, um Rad- und Pendlerrouten im ländlichen Raum voranzubringen. Für die beiden Projekte mit einer Gesamtinvestition von rund 300 000 Euro könnte die VG mit einer Förderung von 75 Prozent rechnen. Das Problem: Die Mittel sind begrenzt, deshalb müssen sich interessierte Kommunen bewerben. Eine Entscheidung über den Zuschlag steht noch aus.

Die zweite Baustelle ist die Kreisstraße 134 zwischen Minheim und Kesten sowie zwischen Kesten und Lieser, wo auch der Moselradweg verläuft. Hier werden die Radfahrer teilweise auf den Seitenstreifen geführt, die auch von Weinbergfahrzeugen genutzt werden. „Das führt zu einem großen Gefährdungspotenzial“, sagt Duermann. Hilfe bringen soll der bituminöse Ausbau eines Wirtschaftsweges auf einer Länge von 1030 Metern, der dann für Fahrräder zur Verfügung steht. Die Kosten dafür werden derzeit ermittelt.“

Die dritte Baustelle ist eine Lauschtour entlang des Maare-Mosel-Radweges in Kooperation mit den Verbandsgemeinden Daun und Wittlich-Land sowie der Stadt Wittlich. An 24 Lauschpunkten werden den Radlern per Handy-App interessante und abwechslungsreiche Geschichten vermittelt, sagt Duermann. Abzüglich einer Leader-Förderung in Höhe von 65 Prozent verbleibt bei der VG Bernkastel-Kues ein Eigenanteil von etwa 3100 Euro.

Und dann hat der Sachbearbeiter noch weitere Ideen in petto. Zum einen sind die Radwege an beiden Moselufern stark frequentiert. Und zwischen 70 und 80 Prozent der Radwanderer nutzen inzwischen E-Bikes, so dass sich ganz neue Möglichkeiten für attraktive Routen ergeben. Künftig sei es möglich, auf den Wirtschaftswegen oben in den Weinbergen Alternativen zu schaffen. „Wir haben die Idee eines Höhenradwegs an der Mosel“, sagt Duermann.

Dadurch werde der Betrieb an der Mosel entzerrt, und die Radwanderer könnten tolle Ausblicke genießen. Allerdings seien die Überlegungen noch in einem ganz frühen Stadium. Duermann hofft: „Es könnte eine touristische Attraktion werden.“