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Verbandsgemeinde Wittlich-Land bringt mit Bürgerbus Menschen zum Impfen

Corona : Im Bürgerbus zum Impftermin

Die Verbandsgemeinde Wittlich-Land will den Bürgerbus in den kommenden Wochen und Monaten nutzen, um ältere Menschen zum Impfen zu bringen.

Rot wie die Feurwehr rollt der Bürgerbus seit März 2016 durch die 44 Orte der VG Wittlich-Land. In den kommenden Wochen könnte er für viele ältere Menschen eine noch wichtigere Rolle spielen als bisher. Fahren die Ehrenamtlichen die Damen und Herren in „Nicht Corona Zeiten“ zum Einkaufen, geselligen Treffen oder zum Arzt, wird er nun eingesetzt, um Personen ab dem 65. Lebensjahr zum Impfzentrum im ehemaligen Hela-Gebäude zu bringen. Verbandsbürgermeister Dennis Junk: „Momentan wird der Bus deutlich weniger genutzt, weil die älteren Personen nur fahren, wenn es dringend notwendig ist, etwa zum Arzt oder zur Apotheke, seltener auch zum Einkaufen. Der Bus muss ja nicht herumstehen, wenn man auch Sinnvolles mit ihm anfangen kann. Zudem ist er mit seiner Ausstattung, wie Haltegriffe und Stufen als Einstiegshilfe, für Senioren sehr gut geeignet.“

Wer also einen Termin beim Impfzentrum hat und sich mit dem Bürgerbus fahren lassen möchte, kann unter der Nummer des Bürgerbusses (siehe Extra) anrufen. Junk: „Der Fahrer fährt die Person zum Impfzentrum, wartet dort, bis die Impfung und die anschließende Beobachtungszeit vorbei ist, und bringt sie anschließend wieder nach Hause.“ Damit der Bürgerbus sich nicht selbst zu einem Corona-Hotspot entwickelt, wird darauf geachtet, dass maximal drei Personen inklusive Fahrer im Fahrzeug sind und alle Masken tragen. „Ich habe auch schon beim Landrat nachgefragt, ob es vielleicht möglich ist, unsere Fahrer, die ja auch vielfach zur Risikogruppe gehören, beim Impfen vorzuziehen.“ Er ergänzt: „Das hätte auch den Vorteil, dass sie das Impfen und das ganze Prozedere rundherum schon mitgemacht haben, und ihren Mitfahrern etwas die Aufregung oder Angst nehmen könnten.“

Bedenken, dass es eine große Verantwortung für die Fahrer sein könnte, die frisch geimpften Personen nach Hause zu fahren, relativiert der Verbandsbürgermeister. Er hat sich das Impfzentrum angesehen und ist über die Abläufe informiert. „Nach der Impfung kommen die Personen in einen Beobachtungsbereich, indem sie eine Zeitlang bleiben. Wenn sich dort keine Nebenwirkungen zeigen, ist die Gefahr sehr gering, dass auf dem Heimweg etwas passiert.“

Reinhold Schmitt, ehrenamtlicher Fahrer, meint: „Alle Menschen, die wir mit dem Bürgerbus fahren, sind über 65 Jahre oder haben körperliche Einschränkungen. Da kann grundsätzlich was passieren. Ich sehe hier keine besondere Gefahr.“

Dem Impfzentrum wird es wohl nicht möglich sein, Termine gebündelt zu vergeben, so dass mehrere Personen, deren Zuhause auf einer Wegstrecke liegt, zur gleichen Zeit oder kurz nacheinander geimpft werden können. Eric Schlöder, Leiter des Impfzentrums: „Grundsätzlich finde ich das sehr gut, dass die Bürger die Möglichkeit haben, den Bus zu nutzen, aber die Termine danach gebündelt zu vergeben, das können wir nicht.“