Verbotene Verse

TRABEN-TRARBACH. (red) Zu einem literarischen Nachmittag mit Heinrich Heines "Deutschland – ein Wintermärchen" lädt der Museumsverein am Sonntag, 25. September, 17 Uhr, in die Barockvilla Böcking ein.

Das in den ersten Monaten des Jahres 1844 entstandene Epos "Deutschland ein Wintermärchen", in dem der im Pariser Exil lebende Autor seine Eindrücke vom letzten Besuch in der alten Heimat verarbeitete, zählt wegen seiner scharfzüngigen Kritik an den politischen und gesellschaftlichen Zuständen in Preußen zu den populärsten Werken Heinrich Heines. Mit tragischem Humor und Ironie formulierte er in leicht lesbaren, volksliedartigen Strophen ein pessimistisches Deutschlandbild. Seinem Freund und Verleger Campe in Hamburg schrieb er dazu: "Meine Gedichte, die neuen, sind ein ganz neues Genre, versifizierte Reisebilder, und werden eine höhere Politik atmen als die bekannten politischen Stänkerreime." "Die Aussagen in diesem Werk sind hochaktuell, auch heute werden wir zum Mitdenken angeregt und aufgeregt", finden Anne Rauen und Silke Mohr, die den musikalisch-literarischen Nachmittag in Traben-Trarbach bestreiten. Die beiden Fachleiterinnen am Studienseminar für Grund- und Hauptschulen in Simmern haben sich die gesprochene und heiter-musikalische Präsentation von Literatur zur Aufgabe gemacht. Ein Unterfangen, für das kaum ein literarisches Werk so gut geeignet scheint wie das mehrfach verbotene Versepos Heines. Der Text wird von Anne Rauen mit vielfältiger Mimik und Gestik präsentiert, während ihre Kollegin Silke Mohr die bissigen Verse musikalisch untermalt, wobei neben Akkordeon, Krummhorn oder Xylophon auch einige etwas unorthodoxe "Instrumente" zum Einsatz kommen werden. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Volkshochschule Traben-Trarbach statt. Der Eintritt kostet 2,50 Euro.