Verbundenheit trotz Distanz

Der Wittlicher Bürgermeister Ralf Bußmer will heute im Kulturausschuss um Vorschläge bitten, wie "das bürgerliche Engagement für Partnerstädte belebt werden könnte". Wittlich pflegt vier Städtepartnerschaften.

Wittlich. Die von Verwaltungsseite vorbereitete umfangreichste Vorabinformation für die heutige Sitzung des Kulturausschusses beschäftigt sich mit Wittlichs Partnerstädten. So ist Wittlich seit 1959 mit der niederländischen Stadt Boxtel und ihren rund 29 000 Einwohnern und seit 1979 mit der nahe Paris gelegenen Stadt Brunoy (rund 25 000 Einwohner) in einer Städtepartnerschaft verbunden. 1993 kam Wellingborough mit 67 000 Einwohnern in der Grafschaft Northhamptonshire hinzu. Außerdem pflegt die Stadt Wittlich seit der Wiedervereinigung Beziehungen zu Zossen in Brandenburg mit 6200 EinwohnernSolche Städtepartnern sollen nicht nur von den Verwaltungsspitzen und Stadträten gepflegt werden, sondern haben zum Ziel sowohl kulturell oder sportlich, wirtschaftlich oder allgemein gesellschaftlich Kontakte herzustellen, wobei insbesondere auch Vereine und Schulen aufgefordert sind, die Partnerschaften mit Leben zu erfüllen. Aktives Interesse geht zurück

Ob Kontakte zwischen Bürgern, Schulen, Vereinen oder anderen Institutionen: Die bestehenden Partnerschaften werden unterschiedlich genutzt. In seiner Mitteilung an den Ausschuss hebt der Bürgermeister den Freundschaftskreis Boxtel-Brunoy-Wellingborough hervor, der mit seinen Aktivitäten zum Erhalt der Beziehungen beitrage. Jedoch bemerkt der Bürgermeister auch: "Fraglich ist, ob das Interesse der Bürgerschaft, der Vereine, der Schulen an der Partnerschaft mit den Städten zurückzugehen scheint." So gehe der "ursprüngliche Gedanke der Völkerverständigung" womöglich wegen der "exponentiell gestiegenen Mobilität und individuellen Reisetätigkeiten von Familien und Personen auch schon im Schulalter zurückgegangen". So argumentierten auch die Partnerstädte. Die Bürgermeister von Brunoy und Boxtel hätten angeregt, "über Belebungsmaßnahmen für die Städtepartnerschaft im bürgerschaftlichen Vereinsleben und im schulischen Bereich nachzudenken". In Boxtel wolle man eine Arbeitsgruppe gründen.Auch touristische Angebote fehlen noch

Bewährt habe sich die durch Bürgermeister Ralf Bußmer veranlasste Verlegung des jährlichen Partnerschaftstreffens von der Säubrennerkirmes seit vier Jahren auf das Wochenende in Verbindung mit dem deutschen Nationalfeiertag am 3. Oktober. Daran nehmen alljährlich Ratsmitglieder, Mitarbeiter der Verwaltung und Vorstandsmitglieder des Freundschaftskreises teil. Der Bürgermeister betont auch: "Wie in den meisten Fällen ist es auch in der Frage der Partnerschaft so, dass es auf das Engagement der Einzelpersonen ankommt." Wo sich etwa ein Pädagoge oder Vereinsvorstand engagiere, käme es auch zu entsprechenden Aktionen. Auch vermerkt die Mitteilung an den Kulturausschuss: "Trotz konkreter Anregungen des Bürgermeisters in den vergangenen fünf Jahren bieten touristische Unternehmen keine Programme für Kurzaufenthalte wie Wochenendbesuche an." Nun bittet der Stadtchef die Ausschussmitglieder um neue Vorschläge.Der öffentliche Teil der Kulturausschusssitzung beginnt am heutigen Montag, um 18 Uhr, im Wittlicher Stadthaus in der Schlossstraße.