Verdacht auf Untreue: VG Wittlich-Land stellt Mitarbeiter frei

Kostenpflichtiger Inhalt: Ermittlungen laufen : Verdacht auf Untreue: Verwaltung stellt Mitarbeiter frei

Weil er eine größere Summe Geld veruntreut haben soll, hat die VG Wittlich-Land einen Mitarbeiter vom Dienst freigestellt. Der Mann war in der Asylbewerberbetreuung tätig.

Von Petra Willems

Die Verbandsgemeinde Wittlich-Land hat einen Mitarbeiter vom Dienst freigestellt, der zwischen Mitte 2017 und 2019 insgesamt von 100 000 Euro veruntreut haben soll. Wie Bürgermeister Dennis Junk mitteilt, war der Mann seit Januar 2016 bei der VG im Bereich der Asylbewerberbetreuung tätig.

Im April diesen Jahres  sei seiner Verwaltung von der Kreisverwaltung, die ebenfalls einen Hinweis bekommen habe, mitgeteilt worden, dass ein Mitarbeiter unter Verdacht steht, Geld zu veruntreuen. „Daraufhin habe ich sofort das Gespräch mit dem Betroffenen gesucht und ihn anschließend von seinen Aufgaben freigestellt“, sagt Junk. Andere Behörden wie der Landesrechnungshof, das Gemeindeprüfungsamt oder Kriminalpolizei seien zudem über den Fall informiert worden.

Die Verwaltung habe anschließend damit begonnen, die Vorwürfe intern aufzuklären, und ihre Erkenntnisse an die Kriminalpolizei weitergeleitet. Derzeit laufe das Ermittlungsverfahren. Oberstaatsanwalt Manfred Stemper bestätigt den Fall: Seine Behörde führe gegen einen 48-jährigen freigestellten Mitarbeiter der Verbandsgemeinde Wittlich Land ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue. Die polizeilichen Ermittlungen seien jedoch noch nicht abgeschlossen.

„Mich persönlich macht das sehr betroffen, es ist erneut ein Vertrauensbruch gegenüber der öffentlichen Verwaltung“, sagt Junk.

Bereits häufiger kam es zu Fällen von Untreue in Verwaltungen oder Behörden. Ein Mitarbeiter der VG Bernkastel-Kues war im Mai 2017  wegen Untreue in 101 Fällen vom Landgericht Trier schuldig gesprochen worden. Die Kammer hatte den damals 64-Jährigen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt, weil sie es als erwiesen ansah, dass er zwischen 2006 und 2011 als Angestellter der Ordnungsbehörde der Verwaltung mehrfach Geld nicht an die Zentralkasse weitergeleitet, sondern für sich behalten hat. Der Schaden lag bei rund 55 000 Euro. Im Eifelkreis Bitburg-Prüm wurde im Februar ein Mitarbeiter des Jugendamts verurteilt, weil er innerhalb von zwölfeinhalb Jahren 1,54 Millionen Euro veruntreut hatte. Ein ehemaliger Mitarbeiter des Landesbetriebs Mobilität und seine Ehefrau sind im Frühjahr diesen Jahres wegen Untreue und Beihilfe für zwei Jahre Haft beziehungsweise zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Sie sollen die Behörde zwischen 2012  und  2014 um rund 179 000 Euro gebracht haben. Gegen einen ehemaligen leitenden Mitarbeiter des Ordnungsamts der Stadt Trier wurde im August Anklage erhoben, weil er  Gebühren in Höhe von knapp 49 000 Euro in die eigene Tasche gesteckt  haben soll.

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