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Verein Kunga-Ruandahilfe will mit einer Spendenaktion helfen

Corona-Hilfsprojekt : „In Ruanda allerdings geht es um das nackte Überleben“ – Verein Kunga-Ruandahilfe will mit einer Spendenaktion helfen

Die durch das neuartige  Coronavirus bedingte weltweite Krise trifft auch das rheinland-pfälzische Partnerland Ruanda hart, Der Verein Kunga-Ruandahilfe mit Sitz in Bullay und vielen Mitgliedern im Landkreis Bernkastel-Wittlich will mit einer Spendenaktion helfen.

(will) Der Verein Kunga-Ruandahilfe unterstützt seit zehn Jahren Schulen und soziale Einrichtungen in Ruanda. Mit mehr als hundert Mitgliedern und Partnern wie dem Rotary Club und dem Land Rheinland-Pfalz wurden bereits an den Schulen in Kirenge und Mutete Klassenräume, Toilettenanlagen, Wasseraufbereitungsanlagen oder Zisternen gebaut und Lehrmittel angeschafft. In Mutete und Tabagwe werden auch Schulspeisungen für insgesamt 250 Kinder ermöglicht und in Kirenge Straßenkinder und in Gikongo das Krankenhaus von Dr Uta Düll unterstützt.

Jedes Jahr besucht eine Delegation des Vereins auf eigene Kosten die Projekte und stellt mit den ruandischen Partnern das Programm für das kommende Jahr auf. Doch wegen der weltweiten Corona-Krise steht der Verein mit Sitz in Bullay und zahlreichen Mitgliedern im Landkreis Bernkastel-Wittlich vor neuen, noch nie dagewesenen Voraussetzungen. Die Lage in dem afrikanischen Partnerland von Rheinland-Pfalz hat sich drastisch verändert. Seit Mitte März herrscht eine Ausgangssperre, die von Militär und Ordnungskräften teilweise brutal durchgesetzt wird.

„Mehr als die Hälfte der Bevölkerung Ruandas lebt in extremer Armut, von der Hand in den Mund. Seit die Menschen nicht mehr arbeiten können als Tagelöhner, Fahrradtaxifahrer, Mototaxifahrer, Marktfrau oder ähnliches können die Familien keine Nahrungsmittel mehr kaufen. Vor allem Kinder leiden“, teilt der Vorsitzende des Vereins, Matthias Müller, mit. „Es erreichen uns fast täglich Hilferufe von unseren Partnern in Ruanda, Schulleitern, Pfarrern und Ordensschwestern“, so Müller, der auch Bürgermeister von Bullay ist, weiter.

Die sich täglich verschlimmernde Lage in Ruanda habe den Verein veranlasst, eine Spendenaktion zu starten, um den Menschen zu helfen, die Corona-Krise wenigstens zu überleben.

Seit dem Start durch eine Rundmail Mitte April seien bereits mehr als 52 000 Euro von 403 Spendern aus der ganzen Region auf das  Spendenkonto eingegangen, wie Müller mitteilt: „Die Bereitschaft, den Menschen in Afrika zu helfen, die nicht über einen sozialen Schutzschirm verfügen, ist überwältigend.“

Besonders am Herzen liege dem Verein das Schicksal der Batwa, eines indigenen Pygmäenvolks. Mit der Abholzung des Regenwaldes wurde ihm die Lebensgrundlage entzogen, und die rund 25 000 verbliebenen Batwa leben verstreut im ganzen Land in Armut.