Verein Mali-Hilfe in Morbach investiert in Schulen, Getreidebanken und einen Kindergarten

Verein Mali-Hilfe in Morbach investiert in Schulen, Getreidebanken und einen Kindergarten

Die Mali-Hilfe lässt auch 2017 nicht locker und investiert in Schulen, Getreidebanken und einen Kindergarten.

Beim Blick nach Morbach dürften die Verantwortlichen von Unicef oder Misereor blass werden: 1,69 Prozent Verwaltungskosten. So wenig brauchte der Verein Mali-Hilfe im Jahr 2016, um rund 300 000 Euro in Projekte zu stecken, die den Menschen vor Ort helfen. Um Kitas, Schulen und Entbindungsstationen zu bauen, Getreidebanken zu installieren, Brunnen zu bauen.

Warum die Ehrenamtler vom kleinen Verein aus dem Hunsrück weitaus effizienter arbeiten als die Profis? Die Antwort steckt in der Frage: weil hier Ehrenamtler tätig sind. Da kostet weder die Arbeitszeit noch nimmt man es mit anderen Dingen genau, die bei den "Großen" bis auf den Cent angerechnet werden. Doch auf der Positivbilanz des Jahres 2016 will sich das Team rund um den Vorsitzenden Peter Brucker und seine Frau Inge nicht ausruhen.

Und so geht es bei der Jahreshauptversammlung in Longkamp vor allem um neue Projekte. Der Verein will von 2017 bis 2020 den Aufbau von zwei neuen Getreidebanken vorantreiben.

Mit drei Getreidebanken hat der Verein bereits Erfahrungen gesammelt. "Wir halten dieses Genossenschaftsmodell für sinnvoll", sagt Brucker, der zusammen mit Vorstandsmitglied Klaus Schmitt die bestehenden Banken evaluiert hat. Das Ministerium für Entwicklungszusammenarbeit (BMZ) fördert die Projekte mit 90 Prozent. Gesamtkosten: 178 000 Euro. 196 000 Euro werden 2017 in den Bau und Ausbau von Schulen und eines Kindergartens gesteckt. Hier fördert ebenfalls das BMZ, zehn Prozent gibt die Mali-Hilfe, 15 Prozent beträgt der Eigenanteil der Dörfer, in denen gebaut wird. Dieses Finanzierungsmodell hat sich übrigens seit Jahren etabliert und ist bei Bauprojekten üblich, um die Eigeninitiative vor Ort zu fördern.

In Zusammenarbeit mit "Ein Herz für Kinder" entsteht eine neue Schule für insgesamt 52 000 Euro. Zudem übernimmt die Mali-Hilfe die Kosten für einen Schulgarten sowie Elektrizität für eine Schule.

Zudem arbeitet die Mali-Hilfe weiterhin mit Pro Afrika zusammen, die Containerplatz für Nähmaschinen und Nähzeug zur Verfügung stellt. "Damit wird eine Nähstube für Schülerinnen eingerichtet", sagt Brucker. Schließlich liege dem Verein die Bildung und Förderung der Tätigkeit von Frauen sehr am Herzen.

Während in Mali mit dem Geld des Vereins gebaut und gelehrt wird, geht das Sensibilisieren, Netzwerkeln und Spendensammeln 2017 in Deutschland weiter - unter anderem bei Mali-Läufen an Schulen, bei Vorträgen, bei Treffen mit Geldgebern und beim Benefizkonzert "Ein Lied für Afrika" am 23. September. Viel zu tun für einen effizienten Verein.Extra

Was sind Getreidebanken?

Getreidebanken sind Genossenschaften, die dazu dienen, in guten Zeiten für schlechte vorzusorgen. Dort wird Getreide gelagert und in mageren Jahren verteilt. Zudem steht immer genug Saatgut bereit. Beides macht die Dörfer unabhängiger von den Preisen auf dem Weltmarkt. Ein Komitee verwaltet die Getreidebanken und füllt sie auf. Die Mitglieder zahlen einen Beitrag in Form von Geld oder Getreide.