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Verein Musica unterstützt Kinder beim Erlernen eines Instruments

Hilfe für Bedürftige : Musikunterricht trotz Corona – Wie ein Verein aus der Eifel Kinder beim Erlernen eines Instruments unterstützt

Der Verein Musica unterstützt Kinder bei einer musikalischen Ausbildung. Das stellt die Organisatoren während der Corona-Pandemie in vielerlei Hinsicht vor Herausforderungen.

2016 reifte in der Rivenicherin Anne Schröder ein Entschluss: Aus dem Nachlass ihres verstorbenen Mannes Fred sollte hilfsbedürftigen Kindern eine musikalische Ausbildung ermöglicht werden. Der Name des Projekts: „Fred beflügelt“. Schnell war in Klaus Behütuns-Steffens von der Dauner Musikschule Spiel mit, einer gemeinnützigen Gesellschaft, und dem Verein Musica mit Sitz in Manderscheid, dessen Vorsitzender Behütuns-Steffens ist, ein Partner gefunden. Seit Mai 2017 ist die Kooperation am Start. Unterstützt wird die Zusammenarbeit durch das Musikhaus Müller aus Daun.

Geholfen wird Eltern und Kindern, die nicht die Möglichkeit haben, eine musikalische Ausbildung zu finanzieren. „Allerdings sollen sie nicht das Gefühl haben, Almosen zu bekommen. Sie müssen einen kleinen Obolus zum Unterricht dazugeben“, sagte Anne Schröder. „Wir greifen da ein, wo es nötig ist“, sagt sie.

Ausgebildet werden aktuell zehn Kinder, unter ihnen die 16-jährige Nachwuchssängerin Mia, die über die Trierer Villa Kunterbunt zum Verein stieß und schon lange dabei ist. „In diesem Jahr wegen Corona leider ohne Weihnachtskonzert“, sagt Schröder. „Aber vielleicht holen wir das nach, wenn wir wieder dürfen.“

Corona hat auch den Unterricht mit den Kindern vor eine Herausforderung gestellt. Deshalb hat die Musikschule eine eigene App entwickelt, mit der die Kinder digital unterrichtet werden können. „Das muss natürlich alles datenschutzkonform geschehen“, sagt Klaus Behütuns-Steffens. Unter den digital unterrichteten Kindern sind auch zwei junge Musiker aus dem Kinderheim in Speicher, mit dem der Verein Musica kooperiert. Generell kann der Verein Unterricht in allen Sparten nicht nur digital oder in der Musikschule in Daun anbieten, sondern in der gesamten Region, da auch die Lehrer und Standorte in der gesamten Region verteilt sind.

Nicht nur mit dem Speicherer Kinderheim, auch mit der Trierer Villa Kunterbunt kooperiert der Verein aus Manderscheid. „Der Musikunterricht ist oft sehr teuer, weshalb ihn sich viele Familien, deren Kinder bei uns im Nachsorgezentrum sind, nicht leisten können“, sagt dessen Leiter Dr. Christoph Block. Dabei sei Musik eine Möglichkeit für die Kinder, sich auszudrücken. „Wir sind sehr froh, dass die Villa uns sagt, wenn Bedarf besteht“, sagt Klaus Behütuns-Steffens.

Auch die Villa Kunterbunt ist durch die Corona-Pandemie in Not geraten, wie Block sagt. „Unser Nachsorgezentrum ist zu 85 bis 90 Prozent spendenfinanziert. Da es in diesem Jahr aber fast keine Feste und Feiern von Vereinen oder Firmen gab, fallen viele Spenden weg“, sagt Block. Dieser Zweig sei seit Corona um 80 Prozent eingebrochen. Zudem seien einige Unternehmen wegen Corona finanziell schlechter aufgestellt, was sich ebenfalls negativ auf die Spendenhöhe auswirke. „Wir sind die letzten in der Unterstützungskette.“ Auch bei den Patienten habe man die Unsicherheit anfangs gemerkt. „In den ersten zwei Wochen kam fast niemand zu uns“, sagt Block. Mittlerweile laufe der Betrieb aber wieder normal.

Der Verein Musica ist wie die Villa Kunterbunt auf Spenden angewiesen und braucht Unterstützer, die den Kindern den Weg zur Musik erleichtern und das Projekt langfristig am Leben halten (siehe auch den Infokasten). Unterstützer wie Anne Schröder und das Projekt „Fred beflügelt“.