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Verein soll Klostermühle Springiersbach erhalten

Geschichte : Damit die Mühle weiter klappern kann

Um die historischen Anlagen in Springiersbach zu erhalten, will Ortsbürgermeister Walter Debald einen Förderverein gründen.

Der Mühlenkomplex um das Kloster Springiersbach bei Bengel befindet sich immer noch weitestgehend im Originalzustand. Von ursprünglich fünf Mühlen sind noch eine Getreide- und eine Ölmühle erhalten.  Allerdings muss langfristig Geld und auch Arbeitskraft bereitgestellt werden, um die Mühlen weiterhin als Museumsmühlen zu betreiben. „Deshalb wollen wir einen Verein gründen, der die Mühlen erhalten soll,“ sagt   Bürgermeister Walter Debald aus Bengel.

Ziel sei es, die Mühlen wieder komplett in Betrieb zu nehmen. Dafür sind die Voraussetzungen günstig: Eine Turbine von 1915 wurde wieder reaktiviert, so dass die Mühle ihren eigenen Strom aus Wasserkraft aus dem Mühlgraben, einem Nebenarm  der Alf, erzeugen kann. Mit dem Strom werden die Mahlwerke angetrieben.

„Wir haben im vergangenen Jahr trotz des trockenen Sommers 70 000 Kilowattstunden Strom erzeugt,“ sagt Debald.   Damit könnte man theoretisch, bei einem Durchschnittsverbrauch von 3,5 Kilowattstunden, 20 000 Haushalte mit Strom versorgen - und das alles CO2- neutral. Die Klostermühle, in der Getreide gemahlen wurde, geht auf das Jahr 1731 zurück.

Damals habe der Abt vom Kloster Springiersbach die Mühle bauen lassen, um die Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen. Als die Kirchen im Jahr 1805 enteignet wurden, fiel die Mühlenanlage in Privatbesitz. 1856 wurde sie durch eine Ölmühle ergänzt, die bis 1961 genutzt wurde. „Die Familie Schlöder hat hier bis 1981   Getreide gemahlen. Die Mühle konnte maximal nur fünf Tonnen Getreide mahlen. Das war zu wenig, um sich gegen die Konkurrenz zu behaupten. Es wurde unrentabel, so dass die Mühle bis 2010 im Dornröschenschlaf war. In diesem Jahr hat die Gemeinde sie dann gekauft,“ erzählt Debald. Das Kloster und die beiden Mühlen seien als historische Einheit zu betrachten.  Das Besondere sei, dass sich  beide Mühlen noch im Originalzustand befinden, da sie keine Zwischenbesitzer hatten.  Wer sie besucht, findet eine Anlage vor, die so aussieht, als sei sie gestern erst verlassen worden. An einem Schreibpult liegt sogar noch eine Zeitung aus den 1980er Jahren.

Seitdem sie in Gemeindebesitz ist, gibt es regelmäßig Führungen durch die Mühle. „Auch am Tag des Offenen Denkmals beteiligen wir uns. Da kommen manche ältere Menschen aus Bengel und erinnern sich, wie sie in der Vergangenheit hier Brotmarken erhalten haben, um sich Brot zu kaufen,“ erzählt Debald.

Beide Mühlen wurden in den vergangenen Jahren renoviert.  Der Gemeinderat beschloss deshalb, die Pflege und Instandhaltung auf Dauer zu gewährleisten und dazu einen Verein zu gründen. „Damit wollen wir Ehrenamtliche gewinnen, die mithelfen und natürlich auch Spenden sammeln,“ sagt Debald.

Der „Förderverein Klostermühlen“, der am Freitag, 12. April, 19 Uhr im Mehrzweckraum unter der Kita „Bengelchen“ gegründet wird, hat daher den Zweck, „die Denkmalpflege zu fördern und finanzielle Mittel zu sammeln deren ausschließlicher Zweck zur Erhaltung der Springiersbacher Kloster- und Ölmühle verwendet“ werden.  Mitglieder können auch Menschen werden, die nicht in Bengel wohnen. „Ich hoffe, dass am Freitag genug Leute kommen, damit wir den Verein gründen können,“ sagt Debald.

Klostermuehle Springiersbach. Foto: Hans-Peter Linz Foto: TV/Hans-Peter Linz
Klostermuehle Springiersbach. Foto: Hans-Peter Linz Foto: TV/Hans-Peter Linz
Klostermuehle Springiersbach. Foto: Hans-Peter Linz Foto: TV/Hans-Peter Linz
Klostermuehle Springiersbach. Foto: Hans-Peter Linz Foto: TV/Hans-Peter Linz

Interessierte sind zur Vereinsgründung am Freitag, 12. April, 19 Uhr, in den Mehrweckraum der Kita Bengelchen eingeladen.