Verkehrsaufkommen im Vitelliuspark Wittlich: Verantwortliche beziehen Position

Infrastruktur : Vitelliuspark Wittlich: Verantwortliche beziehen Position

Nach dem TV-Bericht zu Staus im Vitelliuspark Wittlich kommen nun die Stadtverwaltung und der Landesbetrieb Mobilität zu Wort. Sucht da einer die Schuld beim Anderen?

Wittlich Der Vitelliuspark an der L 141 in Wittlich hat sich zu einem beliebten Einkaufszentrum entwickelt. Das Gewerbegebiet mit Baumarkt, Möbelhaus und vielen Einkaufsmöglichkeiten für alles, was man zum täglichen Leben braucht, wird nicht nur von Wittlichern besucht. Auch Moselaner, Hunsrücker und Menschen aus den umliegenden Eifeldörfern erledigen dort ihre Einkäufe. Doch diese erfolgreiche Konversionsgeschichte, bei der aus dem früheren Kasernengelände innerhalb von 13 Jahren der Vitelliuspark wurde, hat eine Schattenseite: Der Verkehr. Die Straßen und Kreisel in Wittlichs jüngstem Gewerbegebiet scheinen dem Verkehrsaufkommen nicht gewachsen (der TV berichtete). Staus und schleppender Verkehr sind in Wittlich keine Seltenheit, sondern beinahe an der Tagesordnung. Insbesondere an dem schmal bemessenen und einspurigen Kreisverkehr im Zentrum des Gewerbegebiets, durch den der Verkehr eigentlich rund um die Uhr flüssig fließen sollte, stockt und staut es sich fast täglich. Hauptgrund für die Verkehrsbehinderungen ist dabei die Situation am anderen Kreisel, der am Rande des Vitelliusparks vor dem Gartenland Schmitt liegt und durch den der gesamte Verkehr der L 141 fließt. Weil bereits dieser größere Kreisel auf der Landstraße überlastet scheint und häufig deshalb der Verkehr aus dem Vitelliuspark heraus nicht abfließen kann, staut sich der Verkehr oftmals bis tief ins Gewerbegebiet zurück. Auf TV-Anfrage erklären sich nun die Stadt Wittlich und der Landesbetrieb Mobilität (LBM) zu der angespannten Verkehrssituation im Vitelliuspark.

Stadtverwaltung „Die verkehrstechnische Situation im und um den Vitelliuspark herum ist in der Tat nicht unproblematisch“, sagt Rainer Stöckicht, Pressesprecher der Stadt Wittlich. Eine Ursache hierfür sei der starke Durchgangsverkehr auf der B 49/L 141, der, insbesondere seitdem die Autobahnbaustellen auf der A 1/48 eingerichtet sind, deutlich zugenommen habe. „Beginnend vom Kreisverkehrsplatz Rudolf-Diesel-Straße/Bungert über die Einmündung der Schloßstraße in die L 141, weiter über den Kreisverkehrsplatz Vitelliuspark kommt es in den Stoßzeiten zu längerem Rückstau.“ Dies habe dann natürlich auch Auswirkungen auf den inneren Bereich des Vitelliusparks, sagt Stöckicht. „Wenn der Verkehr nicht auf die L 141 abfließen kann, staut es sich innerhalb des Gebiets ein.“

Ein anderer Punkt sei, dass bei der Konzeption des Vitelliusparks nicht davon ausgegangen werden konnte, dass sich so viele „Magnete“ mit einem so hohen Kundenaufkommen, ansiedeln würden. In Verbindung mit dem aus der Römerstraße und dem Klausener Weg kommenden innerstädtischen Verkehr, der auch auf die L 141 zusteuere, komme es dann in Spitzenzeiten zum Stillstand.

„Dieser Umstand ist natürlich auch bei der Stadtverwaltung und in den Gremien bekannt und wird hier auch diskutiert. Eine Lösung für die Anbindungen an die L 141 ist nur gemeinsam mit dem LBM Trier möglich und wird auch dort verfolgt.“
Grundsätzlich müsse man aber auch berücksichtigen, dass man nicht für jede Stoßzeit eine verkehrliche Infrastruktur vorhalten könne, die einen vollständig reibungslosen Abfluss des Verkehrs ermögliche. Stöckicht: „Vielleicht sind wir da auch etwas verwöhnt; Verkehrsteilnehmer in den Ballungsgebieten würden sicherlich in der ‚Rushhour’ im Vitelliuspark kein großes Problem sehen.“ Grundsätzlich werde aber über weitere Verbesserungsmöglichkeiten nachgedacht. So solle es für den abfließenden Verkehr attraktiver werden, die Einmündungen am „Kleinen Rothenberg“ oder in der Trierer Landstraße am Rothenberg zu nutzen.

LBM Obwohl man auf Seiten der Stadt das Hauptproblem auf der Landstraße 141 sowie im Kreisverkehr auf der L 141 sieht, für die der Landesbetrieb Mobilität zuständig ist, möchte sich der LBM den Schwarzen Peter nicht zuschieben lassen. „Nach meiner persönlichen Einschätzung liegt die Kernverantwortung Ihrer Fragestellung bei der Stadt Wittlich“, erklärt Hans-Michael-Bartnick, stellvertretender Dienststellenleiter LBM Trier, auf die TV-Anfrage.

Es gibt Möglichkeiten, den Verkehr in und an Kreisverkehren zu beschleunigen, wie auf der L52 am Aldi-Zentrallager in Wittlich zu sehen ist. Eine gesonderte Spur für Rechtsabbieger entlastet den Kreisel. Foto: TV/Christian Moeris

Der Kreisverkehrsplatz an der L 141 vor dem Gartenland Schmitt sei im Oktober 2006 zur Anbindung des Vitelliusparks dem Verkehr freigegeben worden. „Die innere Erschließung und Entwicklung dieses Industriegebiets aus der ehemaligen Marschall-Foch-Kaserne ist rein städtische Initiative; entwickelt über Flächennutzungs- und Bebauungspläne.“ Die Ansiedlung von weiteren großen Verkehrserzeugern wie Globus und Roller führe seitdem zu der vom TV geschilderten Bestandsanalyse. „Nach Auskunft unserer Mastermeisterei Wittlich sind die Wartezeiten des Durchgangsverkehrs im Zuge der L 141 – nur dafür ist der LBM Trier verantwortlich - für die Funktion eines Kreisverkehrsplatzes normal – beziehungsweise verträglich.“ Da bei Kreisverkehrsplätzen die Hierarchie aufgegeben sei und immer derjenige Vorfahrt habe, der sich bereits im Kreisverkehr befinde, staue es sich vergleichsweise etwas weiter in Richtung der A 60 zurück. Bartnick: „Aber: Wir können damit leben. Die inneren Erschließungsprobleme beträfen rein die Stadt Wittlich, sagt Bartnick, „und sind möglicherweise hausgemacht“.

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